Hiob 21 Vergleich: Luther 1912 vs Elberfelder 1871
Hiob 21
1Hiob antwortete und sprach:
2Horet doch zu meiner Rede und lasset euch raten!
3Vertraget mich, dati ich auch rede, und spottet danach mein.
4Handele ich denn miteinem Menschen, daß mein Mut hierin nicht sollte unwillig sein?
5Kehret euch her zu mir; ihr werdet sauer sehen und die Hand aufs Maul legen müssen.
6Wenn ich daran gedenke, so erschrecke ich, und Zittern kommt mein Fleisch an.
7Warum leben denn die Gottlosen, werden alt und nehmen zu mit Gutern?
8Ihr Same ist sicher urn sie her, und ihre Nachkommlinge sind bei ihnen.
9Ihr Haus hat Frieden vorder Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen.
10Seine Ochsen lasset man zu, und miftrat ihm nicht; seine Kuh kalbet und ist nicht unfruchtbar.
11Ihre jungen Kinder gehen aus wie eine Herde, und ihre Kinder lecken.
12Sie jauchzen mit Pauken und Harfen und sind frohlich mit Pfeifen.
13Sie werden alt bei guten Tagen und erschrecken kaum einen Augenblick vorder Holle,
14die doch sagen zu Gott: Hebe dich von uns, wir wollen von deinen Wegen nicht wissen.
15Wer ist der Allmachtige, daß wir ihm dienen sollten, Oder was sind wir gebessert, so wir ihn anrufen?
16Aber siehe, ihr Gut stehet nicht in ihren Handen; darum soil der Gottlosen Sinn feme von mir sein.
17Wie wird die Leuchte der Gottlosen verloschen und ihr Ungluck über sie kommen! Er wird Herzeleid austeilen in seinem Zorn.
18Sie werden sein wie Stoppeln vor dem Winde und wie Spreu, die der Sturmwind wegführet.
19Gott behalt desselben Ungluck auf seine Kinder. Wenn er's ihm vergelten wird, so wird man's inne werden.
20Seine Augen werden sein Verderben sehen, und vom Grimm des Allmachtigen wird er trinken.
21Denn wer wird Gefallen haben an seinem Hause nach ihm? Und die Zahl seiner Monden wird kaum halb bleiben.
22Wer will Gott lehren, der auch die Hohen richtet?
23Dieser stirbt frisch und gesund in allem Reichtum und voller Genüge;
24sein Melkfaft ist voll Milch, und seine Gebeine werden gemastet mit Mark;
25jener aber stirbt mit betrubter Seele und hat nie mit Freuden gegessen;
26und liegen gleich miteinander in der Erde, und Würmer decken sie zu.
27Siehe, ich kenne eure Gedanken wohl und euer frevel Vornehmen wider mich.
28Denn ihr sprechet: Wo ist das Haus des Fursten, und wo ist die Hutte, da die Gottlosen wohneten?
29Redet ihr doch davon wie der gemeine Pobel und merket nicht, was jener Wesen bedeutet.
30Denn der Bose wird behalten auf den Tag des Verderbens, und auf den Tag des Grimms bleibet er.
31Wer will sagen, was erverdienet, wenn man's aufterlich ansiehet? Wer will ihm vergelten, was er tut?
32Aber erwird zum Grabe gerissen und muft bleiben bei dem Haufen.
33Es gefiel ihm wohl der Schlamm des Bachs, und alle Menschen werden ihm nachgezogen; und derer, die vor ihm gewesen sind, ist keine Zahl.
34Wie trostet ihr mich so vergeblich, und eure Antwort findet sich unrecht.
Hiob 21
1Und Hiob antwortete und sprach:
2Höret, höret meine Rede! Und dies ersetze eure Tröstungen.
3Ertraget mich, und ich will reden, und nachdem ich geredet habe, magst du spotten.
4Richtet sich meine Klage an einen Menschen? Oder warum sollte ich nicht ungeduldig sein?
5Wendet euch zu mir und entsetzet euch, und leget die Hand auf den Mund!
6Ja, wenn ich daran denke, so bin ich bestürzt, und Schauder erfaßt mein Fleisch.
7Warum leben die Gesetzlosen, werden alt, nehmen gar an Macht zu?
8Ihr Same steht fest vor ihnen, mit ihnen, und ihre Sprößlinge vor ihren Augen.
9Ihre Häuser haben Frieden, ohne Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen.
10Sein Stier belegt und befruchtet sicher, seine Kuh kalbt und wirft nicht fehl.
11Ihre Buben schicken sie aus gleich einer Herde, und ihre Knaben hüpfen umher.
12Sie erheben die Stimme bei Tamburin und Laute und sind fröhlich beim Klange der Schalmei.
13In Wohlfahrt verbringen sie ihre Tage, und in einem Augenblick sinken sie in den Scheol hinab.
14Und doch sprechen sie zu Gott: Weiche von uns! und nach der Erkenntnis deiner Wege verlangen wir nicht.
15Was ist der Allmächtige, daß wir ihm dienen sollten, und was nützt es uns, daß wir ihn angehen? -
16Siehe, ihre Wohlfahrt steht nicht in ihrer Hand. Der Rat der Gesetzlosen sei ferne von mir!
17Wie oft geschieht es, daß die Leuchte der Gesetzlosen erlischt und ihr Verderben über sie kommt, daß er ihnen Schlingen zuteilt in seinem Zorn,
18daß sie wie Stroh werden vor dem Winde, und wie Spreu, die der Sturmwind entführt?
19Gott spart, saget ihr, sein Unheil auf für seine Kinder. -Er vergelte ihm, daß er es fühle!
20Seine Augen sollen sein Verderben sehen, und von dem Grimme des Allmächtigen trinke er!
21Denn was liegt ihm an seinem Hause nach ihm, wenn die Zahl seiner Monde durchschnitten ist? -
22Kann man Gott Erkenntnis lehren, da er es ja ist, der die Hohen richtet?
23Dieser stirbt in seiner Vollkraft, ganz wohlgemut und sorglos.
24Seine Gefäße sind voll Milch, und das Mark seiner Gebeine ist getränkt.
25Und jener stirbt mit bitterer Seele und hat des Guten nicht genossen.
26Zusammen liegen sie im Staube, und Gewürm bedeckt sie.
27Siehe, ich kenne eure Gedanken, und die Anschläge, womit ihr mir Gewalt antut.
28Denn ihr saget: Wo ist das Haus des Edlen, und wo das Wohngezelt der Gesetzlosen?
29Habt ihr nicht befragt, die des Weges vorüberziehen? und erkennet ihr ihre Merkmale nicht:
30daß der Böse verschont wird am Tage des Verderbens, daß am Tage der Zornesfluten sie weggeleitet werden?
31Wer wird ihm ins Angesicht seinen Weg kundtun? Und hat er gehandelt, wer wird es ihm vergelten?
32Und er wird zu den Gräbern hingebracht, und auf dem Grabhügel wacht er.
33Süß sind ihm die Schollen des Tales. Und hinter ihm her ziehen alle Menschen, und vor ihm her gingen sie ohne Zahl. -
34Wie tröstet ihr mich nun mit Dunst? und von euren Antworten bleibt nur Treulosigkeit übrig.
Verständnis von Luther 1912 vs Elberfelder 1871 in Hiob 21
Luther 1912 (GerBoLut)
Martin Luthers historische Übersetzung (Revision 1912).
Elberfelder 1871
Wörtliche Übersetzung von Darby-Schülern, bekannt für ihre Texttreue zum Grundtext.
Sie sehen einen direkten Vergleich von Hiob 21 in der Luther 1912 und Elberfelder 1871. Der Vergleich dieser Versionen hilft, die Nuancen des Originaltextes besser zu verstehen.
Schlüsselvergleich: Hiob 21:16
"Aber siehe, ihr Gut stehet nicht in ihren Handen; darum soil der Gottlosen Sinn feme von mir sein."
"Siehe, ihre Wohlfahrt steht nicht in ihrer Hand. Der Rat der Gesetzlosen sei ferne von mir!"
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