Jeremia 51 Vergleich: Menge Bibel vs Zürcher Bibel
Jeremia 51
1So hat der HERR gesprochen: »Fürwahr, ich lasse gegen Babylon und gegen die, welche im ›Herzen meiner Widersacher‹ wohnen, die Wut eines Verderbers losbrechen,
2und ich entsende Worfler nach Babylon, die sollen es worfeln und sein Land ausplündern!« Wenn die am Tage des Unglücks (die Stadt) von allen Seiten umzingeln,
3dann spanne kein Schütze seinen Bogen mehr, und niemand erhebe sich zum Widerstand in seinem Panzer! Doch schont ihre jungen Männer nicht, vollzieht den Bann an ihrem gesamten Heer,
4so daß Erschlagene daliegen im Lande der Chaldäer und Durchbohrte auf ihren Straßen!
5Denn weder Israel noch Juda ist als Witwe von seinem Gott, vom HERRN der Heerscharen, verlassen; dagegen das Land jener ist voll von Verschuldung gegen den Heiligen Israels.
6Fliehet aus dem Bereich Babylons hinweg und rettet ein jeder sein Leben, damit ihr nicht den Tod findet um seiner Verschuldung willen! Denn die Zeit der Rache ist dies für den HERRN: was es verübt hat, vergilt er ihm.
7Ein goldener Becher war Babylon in der Hand des HERRN, der die ganze Erde trunken machte; von seinem Wein haben die Völker getrunken, darum haben die Völker den Verstand verloren.
8Plötzlich ist Babylon gefallen und zerschmettert: »Wehklagt über die Stadt, holt Balsam für ihre Schmerzen: vielleicht ist noch Heilung möglich!«
9»Wir haben Babylon heilen wollen, aber es war nicht zu heilen: überlaßt es sich selbst! Laßt uns abziehen, ein jeder in sein Land! Denn bis an den Himmel reicht das Strafgericht über die Stadt und ragt bis zu den Wolken!«
10»Der HERR hat die Gerechtigkeit unserer Sache ans Licht gebracht: kommt, laßt uns in Zion das Walten des HERRN, unsers Gottes, verkündigen!«
11Schärft die Pfeile, ergreift die Schilde! Der HERR hat die Wut der Könige von Medien erweckt, denn sein Absehen ist gegen Babylon gerichtet, es zu vernichten; denn die Rache des HERRN ist da, die Rache für seinen Tempel.
12Gegen die Mauern Babylons pflanzt ein Banner auf! Verschärft die Bewachung, stellt Wachtposten auf, legt Mannschaften in Hinterhalt! Denn wie der HERR es sich vorgenommen hat, so führt er es auch aus, was er den Bewohnern Babylons angedroht hat.
13O Stadt, die du wohnst an großen Wassern, reich an Schätzen: gekommen ist dein Ende, das Maß ist voll zum Abschneiden!
14Der HERR der Heerscharen hat bei sich selbst geschworen: »Habe ich dich auch mit Menschen angefüllt wie mit Heuschrecken, so wird man doch Siegesgeschrei über dich erheben!«
15Er ist es, der die Erde durch seine Kraft geschaffen, den Erdkreis durch seine Weisheit fest gegründet und durch seine Einsicht den Himmel ausgespannt hat.
16Wenn er beim Schall des Donners Wasserrauschen am Himmel entstehen läßt und Gewölk vom Ende der Erde heraufführt, wenn er Blitze beim Regen schafft und den Sturmwind aus seinen Vorratskammern herausläßt –
17starr steht alsdann jeder Mensch da, ohne es begreifen zu können, und schämen muß sich jeder Goldschmied seines Bildwerks; denn Trug ist sein gegossener Götze, und kein Odem wohnt in ihm:
18nichts als Wahn sind sie, lächerliche Gebilde; wenn die Zeit des Strafgerichts für sie kommt, ist es zu Ende mit ihnen.
19Aber nicht wie diese ist Jakobs Erbteil; nein, er ist es, der das All gebildet hat, und Israel ist der Stamm seines Erbbesitzes: HERR der Heerscharen ist sein Name!
20»Ein Hammer bist du mir gewesen, eine Kriegswaffe; und ich habe mit dir Völker zerhämmert und Königreiche mit dir zertrümmert.
21Zerhämmert habe ich mit dir Rosse samt ihren Reitern, zerhämmert mit dir Kriegswagen samt den darauf Fahrenden;
22zerhämmert habe ich mit dir Männer und Weiber, zerhämmert mit dir Greise und Kinder, zerhämmert Jünglinge und Jungfrauen;
23zerhämmert habe ich mit dir Hirten samt ihren Herden, zerhämmert mit dir Ackerleute samt ihren Gespannen, zerhämmert Landpfleger und Statthalter.
24Aber jetzt will ich Babylon und allen Bewohnern des Chaldäerlandes alle ihre Bosheit, die sie an Zion verübt haben, vor euren Augen vergelten!« – so lautet der Ausspruch des HERRN. –
25»Nunmehr will ich an dich« – so lautet der Ausspruch des HERRN –, »du Berg des Verderbens, der du über die ganze Erde Verderben gebracht hast! Ja, ich will meine Hand gegen dich ausstrecken und dich von der Felsenhöhe hinabwälzen und dich zu einem verbrannten Berge machen,
26so daß man von dir weder Ecksteine noch Grundsteine mehr nehmen kann; nein, eine öde Wüste sollst du sein auf ewige Zeit!« – so lautet der Ausspruch des HERRN.
27Pflanzt ein Panier auf der Erde auf, stoßt in die Posaune unter den Völkern, weiht Völker zum Kampf gegen Babylon, bietet gegen es die Königreiche von Ararat, Minni und Askenas auf, bestellt einen Heerführer gegen es, laßt Reiterei anrücken so zahlreich wie borstige Heuschrecken!
28Weiht Völker zum Kampf gegen es, die Könige von Medien, ihre Landpfleger und alle ihre Statthalter und das ganze Gebiet ihrer Herrschaft!
29Da erbebt und zittert die Erde; denn die Ratschlüsse des HERRN gehen an Babylon in Erfüllung, um das Land Babylon zu einer menschenleeren Einöde zu machen.
30Babylons Mannen ziehen nicht mehr ins Feld, sitzen tatenlos in den Burgen; ihr Mut ist geschwunden, sie sind zu Weibern geworden; schon hat man die Wohnungen in der Stadt in Flammen aufgehen lassen, ihre Riegel sind zerbrochen.
31Ein Läufer läuft dem andern entgegen und ein Bote dem andern, um dem König von Babylon zu melden, daß seine Stadt an allen Ecken erobert,
32daß die Furten besetzt seien und man die Sümpfe mit Feuer ausgebrannt habe und dem Kriegsvolk der Mut entsunken sei.
33Denn so hat der HERR der Heerscharen, der Gott Israels, gesprochen: »Die Tochter Babylon gleicht einer Tenne zur Zeit, da man sie feststampft: nur noch eine kleine Weile, so kommt für sie (für Babylon) die Zeit der Ernte!«
34»Nebukadnezar, der König von Babylon, hat mich gefressen, hat mich vernichtet, mich hingestellt als ein leeres Gefäß! Er hat mich verschlungen wie ein Drache und seinen Bauch mit mir gefüllt, hat mich aus meinem Paradies hinausgestoßen.
35Die an mir verübte Gewalttätigkeit und meine Zerfleischung komme über Babylon« – so spreche die Bewohnerschaft Zions – »und mein Blut über die Bewohner des Chaldäerlandes!« – so spreche Jerusalem.
36Darum hat der HERR so gesprochen: »Wisse wohl: ich führe deine Sache und vollziehe die Rache für dich: ich trockne Babylons Strom aus und lasse seine Brunnen versiegen!
37Babylon soll zum Trümmerhaufen werden, zur Behausung der Schakale, zum abschreckenden Beispiel und Gespött, ohne Bewohner!
38Jetzt brüllen sie noch allesamt wie junge Löwen, knurren wie Löwenkätzchen;
39aber wenn sie (vor Gier) glühen, will ich ihnen ein Mahl herrichten und sie trunken machen, daß sie taumeln und einschlafen zu ewigem Schlaf, aus dem sie nicht wieder erwachen!« – so lautet der Ausspruch des HERRN.
40»Ich lasse sie wie Lämmer zur Schlachtung niedersinken, wie Widder samt den Böcken!«
41Ach, wie ist doch Sesach eingenommen und erobert der Stolz der ganzen Erde! Ach, wie ist doch Babylon zum Gegenstand des Entsetzens unter den Völkern geworden!
42Das Meer ist gegen Babylon heraufgestiegen, von seinen brausenden Wellen ist es überflutet;
43seine Städte sind zur Wüste geworden, zu dürrem Land und zur Steppe, zu einem Land, in welchem niemand wohnt und das kein Menschenkind durchwandert.
44Auch am Bel zu Babylon will ich das Strafgericht vollziehen und aus seinem Rachen das wieder herausholen, was er verschlungen hat, und nicht mehr sollen künftig die Völker zu ihm hinströmen! Auch die Mauer Babylons ist gefallen!
45Ziehet aus seinem Bereich hinweg, mein Volk, und rettet ein jeder sein Leben vor der Zornglut des HERRN!
46Doch laßt euer Herz nicht verzagen und geratet nicht in Angst bei den Gerüchten, die im Lande im Umlauf sind, wenn in dem einen Jahre dieses Gerücht sich verbreitet und im Jahre darauf jenes Gerücht, und Gewalttätigkeit im Lande herrscht, und ein Machthaber sich gegen den andern erhebt!
47»Darum wisset wohl: es kommt die Zeit, da werde ich das Strafgericht an den Götzenbildern Babylons vollziehen! Da wird dann sein ganzes Land zuschanden werden und alle seine (Bewohner) erschlagen in seiner Mitte fallen!
48Dann werden Himmel und Erde samt allem, was in ihnen ist, über Babylon jubeln, denn von Norden her brechen ihm die Verwüster ins Land ein« – so lautet der Ausspruch des HERRN.
49Auch Babylon muß fallen um der erschlagenen Israeliten willen, wie um Babylons willen Erschlagene auf der ganzen Erde gefallen sind.
50Ihr, die ihr dem Schwert entronnen seid, ziehet ab und steht nicht still! Bleibt des HERRN auch in der Ferne eingedenk und haltet die Erinnerung an Jerusalem getreulich fest:
51»Wir haben uns schämen müssen, denn wir haben Schmähreden zu hören bekommen; Schamröte hat unser Antlitz bedeckt, denn Fremde sind über die Heiligtümer im Tempel des HERRN hergefallen!«
52»Darum wisset wohl: es kommt die Zeit« – so lautet der Ausspruch des HERRN –, »da werde ich das Strafgericht an den Götzen Babylons vollziehen, und überall in seinem Lande werden dann tödlich Verwundete röcheln!
53Wenn Babylon auch bis zum Himmel emporstiege und seine Festung unersteiglich hoch baute, so werden ihm doch von mir her die Verwüster kommen!« – so lautet der Ausspruch des HERRN.
54Horch! Geschrei von Babylon her und ein gewaltiger Einsturz aus dem Lande der Chaldäer!
55Denn der HERR verwüstet Babylon und macht dem lauten Lärmen dort ein Ende: es brausen ihre Wogen wie gewaltige Fluten, laut erschallen ihre wilden Kriegsrufe.
56Denn der Verwüster bricht über die Stadt, über Babylon herein, und ihre Krieger werden gefangen, ihre Bogen sind zerbrochen; denn ein Gott der Vergeltung ist der HERR, er zahlt sicher heim.
57»Ihre Oberen aber und Gelehrten, ihre Landpfleger, Statthalter und Krieger mache ich trunken, daß sie entschlafen zu ewigem Schlaf und nicht wieder erwachen« – so lautet der Ausspruch des Königs, dessen Name ›HERR der Heerscharen‹ ist. –
58So hat der HERR der Heerscharen gesprochen: »Babylons Mauern, so breit sie sind, sollen bis auf den Grund niedergerissen und seine Tore, so hoch sie sind, mit Feuer verbrannt werden!«, und so: »Völker mühen sich für nichts ab, und Völkerschaften arbeiten sich für das Feuer ab.«
59(Dies ist) der Auftrag, den der Prophet Jeremia Seraja, dem Sohne Nerijas, des Sohnes Mahsejas, erteilte, als dieser mit Zedekia, dem König von Juda, im vierten Jahre von dessen Regierung nach Babylon reiste; Seraja war damals Quartiermeister.
60Jeremia hatte aber alles Unglück, das über Babylon hereinbrechen sollte, nämlich alle Aussprüche, die hier über Babylon aufgezeichnet stehen, auf eine einzige Buchrolle geschrieben
61und zu Seraja gesagt: »Wenn du nach Babylon kommst, so sieh dich nach einem passenden Orte um und verlies alle diese Worte laut
62und sage dann: ›HERR, du selbst hast diesem Orte angedroht, ihn vernichten zu wollen, so daß kein Bewohner mehr in ihm sein solle, weder Menschen noch Vieh, sondern daß er zu einer Einöde für ewige Zeiten werden solle.‹
63Wenn du dann diese Buchrolle zu Ende gelesen hast, so binde einen Stein daran und wirf sie mitten in den Euphrat hinein
64und rufe aus: ›So soll auch Babylon versinken und nicht wieder hochkommen infolge des Unglücks, das ich über es verhänge!‹« Bis hierher gehen die Aussprüche Jeremias.
Jeremia 51
1So spricht der Herr: Siehe, ich erwecke wider Babel und wider die Bewohner Chaldäas den Geist eines Verderbers,
2und ich schicke Worfler nach Babel; die werden es worfeln und sein Land leer machen, wenn sie es umzingeln am Tage des Unglücks. (a) Jer 15:7
3Der Schütze spanne seinen Bogen und erhebe sich in seinem Panzer! Schonet nicht seiner Jungmannschaft, vollstreckt den Bann am ganzen Heer!
4Zu Tode Getroffene werden fallen im Land der Chaldäer und Durchbohrte auf seinen Strassen.
5Denn Israel und Juda sind nicht im Witwenelend durch ihren Gott, den Herrn der Heerscharen, sondern weil ihr Land voll war von Verschuldung gegen den Heiligen Israels.
6Fliehet aus Babel hinweg, ein jeder rette sein Leben, dass ihr nicht umkommet bei seiner Bestrafung; denn jetzt ist eine Zeit der Rache des Herrn, er übt Vergeltung an ihm. (a) Jes 48:20
7Ein goldner Becher war Babel in der Hand des Herrn, die ganze Erde machte er trunken; die Völker tranken von seinem Wein, darum wurden sie toll. (a) Jer 25:15
8Plötzlich ist Babel gefallen, zerschmettert. "Wehklagt seinethalben! Holt Balsam für seine Schmerzen, vielleicht ist's zu heilen." - (a) Jes 21:9
9"Wir wollten Babel heilen; doch es war nicht zu heilen. Verlasst es, ziehen wir ein jeder in sein Land! Denn bis zum Himmel reicht sein Gericht, ragt bis zu den Wolken.
10Der Herr hat unsre gerechte Sache ans Licht gebracht. Kommt, lasst uns in Zion erzählen, was der Herr, unser Gott, getan!"
11Schärfet die Pfeile, fasset die Schilde! Der Herr hat den Geist des Königs der Meder erregt; denn wider Babel ist sein Sinnen gerichtet, es zu verderben; ja, das ist die Rache des Herrn, die Rache für seinen Tempel. (a) Jer 50:28; Jes 13:17
12Wider die Mauern Babels erhebt das Panier, macht stark die Wachen, stellet Wächter auf, leget den Hinterhalt! Denn der Herr hat es beschlossen; er führt es auch aus, was er den Bewohnern von Babel angedroht hat.
13Die du wohnst an reichen Wassern und reich bist an Schätzen! gekommen ist dir die Wende, des Fadens Ende.
14Der Herr der Heerscharen hat bei sich selbst geschworen: Ich werde dich mit Menschen füllen wie mit Heuschrecken, und sie werden über dich ein Jauchzen anstimmen.
15Der Herr ist's, der die Erde durch seine Kraft erschaffen, der durch seine Weisheit den Erdkreis gegründet und den Himmel ausgespannt hat durch seine Einsicht. (a) Jer 10:12-16
16Beim Rollen seines Donners erbrausen die Wasser am Himmel; auf sein Geheiss ziehen Wolken herauf vom Ende der Erde. Blitze schafft er zum Regen und holt den Wind hervor aus seinen Kammern. (a) Ps 135:7
17Als Tor steht da jeder Mensch, ohne Einsicht, zuschanden wird jeder Goldschmied an seinen Bildern; denn Trug ist sein Guss, es ist kein Odem darin.
18Nichtig sind sie, ein lächerlich Machwerk; zur Zeit ihrer Heimsuchung ist's aus mit ihnen.
19Aber er, Jakobs Teil, er ist nicht wie diese, er ist der Bildner des Alls, und Israel ist der Stamm seines Eigentums. Herr der Heerscharen ist sein Name!
20Ein Hammer bist du mir, eine Kriegswaffe. Mit dir habe ich Völker zerhämmert, mit dir habe ich Königreiche vernichtet. (a) Jer 50:23
21Mit dir habe ich Ross und Reiter zerhämmert, mit dir zerhämmert Wagen und Kämpfer.
22Mit dir habe ich Mann und Weib zerhämmert, mit dir zerhämmert alt und jung, mit dir zerhämmert Jüngling und Jungfrau.
23Mit dir habe ich Hirt und Herde zerhämmert, mit dir zerhämmert Ackersmann und Gespann, mit dir zerhämmert Vögte und Fürsten.
24Aber nun will ich Babel und allen Bewohnern Chaldäas vor euren Augen alles Böse vergelten, das sie an Zion begangen haben, spricht der Herr.
25Siehe, ich komme über dich, du Berg des Verderbens, spricht der Herr, der du die ganze Erde verderbtest. Ich recke meine Hand wider dich aus und wälze dich herab von den Felsen und mache dich zu einem versengten Berge.
26Weder Eckstein noch Grundstein wird man von dir nehmen, sondern du wirst ewig wüst und öde sein, spricht der Herr.
27Erhebt das Panier auf der Erde! Stosst in die Posaune unter den Völkern! Weihet Völker zum Kampf wider sie! Rufet auf wider sie die Reiche von Ararat, Minni und Askenas! Bestellt wider sie den Aushebungsobersten! Lasst Rosse aufrücken gleich borstigen Heuschrecken! (1) d.h. die Stadt Babel. (a) Jes 13:2
28Weihet Völker zum Kampf wider sie, den König der Meder samt seinen Vögten und all seinen Fürsten und das ganze Land, das ihm untertan ist.
29Da erzittert die Erde und bebt; denn es erfüllt sich an Babel der Ratschluss des Herrn, Babels Landschaft zur Wüste zu machen, wo niemand wohnt.
30Die Helden Babels haben abgelassen vom Kampfe, sie sitzen in den Burgen; ihre Kraft ist versiegt, sie sind zu Weibern geworden. Seine Wohnstätten sind verbrannt, zerbrochen sind seine Riegel.
31Ein Läufer begegnet im Laufe dem andern und ein Bote dem andern, dem König von Babel zu melden, dass seine Stadt an allen Enden genommen ist,
32dass die Übergänge besetzt, die Bollwerke verbrannt und die Krieger verzagt sind.
33Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Die Tochter Babel ist wie eine Tenne zur Zeit, da man sie feststampft: noch ein Kleines, so kommt die Zeit ihrer Ernte.
34"Nebukadrezar, der König von Babel, hat mich gefressen, hat mich verstört; als leeres Gefäss hat er mich hingestellt; er hat mich verschlungen wie ein Drache, hat seinen Bauch gefüllt; aus meiner wonnigen Heimat hat er mich fortgestossen.
35Meine Misshandlung und mein Elend komme über Babel!" spreche die Bürgerschaft Zions - "und mein Blut über die Bewohner Chaldäas!" spreche Jerusalem.
36Darum spricht der Herr also: Siehe, ich will deine Sache führen und dich rächen; ich will Babels Meer austrocknen und seine Quellen versiegen lassen.
37Und Babel soll zum Trümmerhaufen werden, zur Behausung der Schakale, zum Entsetzen und Gespött, zur menschenleeren Stätte.
38Alle brüllen sie wie die Löwen, knurren wie die Jungleuen.
39Sind sie gierig geworden, so richte ich ihnen das Gelage und mache sie trunken, dass sie betäubt werden und entschlafen zum ewigen Schlaf und nicht mehr erwachen, spricht der Herr.
40Ich lasse sie hinsinken wie Schafe zur Schlachtung, wie Widder und Böcke.
41Wie ist doch Sesach genommen, erobert der Ruhm der Welt! Wie ist Babel zum Entsetzen geworden unter den Völkern! (1) d.i. Babel.
42Über Babel flutet das Meer, von seinen tosenden Wogen ward es bedeckt.
43Seine Städte sind zur Wüste geworden, ein Land der Dürre und der Steppe; niemand wird darin wohnen, kein Mensch sie durchwandern.
44Ich will den Bel zu Babel heimsuchen, und was er verschlungen hat, will ich ihm aus dem Rachen reissen. Die Völker sollen ihm nicht mehr zuströmen. Auch die Mauer Babels ist gefallen. (a) Jer 50:2; Jes 46:1
45Mein Volk, ziehe aus Babel hinweg, ein jeder rette sein Leben vor dem glühenden Zorn des Herrn!
46Doch dass nur euer Herz nicht verzage und ihr euch nicht fürchtet bei den Gerüchten, die man im Lande hört, wenn in einem Jahre dies Gerücht auftritt und darnach im folgenden Jahre jenes Gerücht, wenn Gewalttat im Lande herrscht und Tyrann wider Tyrann sich erhebt.
47Darum siehe, es kommen Tage, da suche ich heim die Götzen Babels, und sein ganzes Land wird zuschanden, und todwund fällt alles darin.
48Da werden Himmel und Erde samt allem, was darin ist, über Babel frohlocken; denn von Norden her kommen ihm die Verwüster, spricht der Herr.
49Auch Babel muss fallen für die Erschlagenen Israels, wie für Babel gefallen sind die Erschlagenen der ganzen Erde.
50Ihr, die ihr dem Schwerte entronnen seid, ziehet hin, stehet nicht stille! Seid des Herrn eingedenk in der Ferne! Nach Jerusalem stehe euch der Sinn!
51"Wir sind beschämt; denn wir mussten Schmähreden hören. Scham bedeckt unser Angesicht; denn Fremde sind über die Heiligtümer im Hause des Herrn geraten."
52Darum, siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da suche ich heim seine Götzen, und in seinem ganzen Lande werden Todwunde stöhnen.
53Ob auch Babel bis zum Himmel emporstiege und in der Höhe eine starke Feste baute, dennoch werde ich ihm die Verwüster kommen lassen, spricht der Herr. (a) Jes 14:13
54Horch! Geschrei von Babel her und grosses Verderben vom Land der Chaldäer!
55Denn der Herr verwüstet Babel und macht ein Ende seinem lauten Lärmen, und es brausen ihre Wogen wie grosse Wasser, es erschallt das Getöse ihrer Rufe. (1) d.h. der Feinde.
56Ja, der Verwüster kommt über Babel, und seine Helden werden gefangen; zerbrochen sind ihre Bogen. Denn ein Gott der Vergeltung ist der Herr, er zahlt's ihnen heim.
57Und ich mache sie trunken, seine Fürsten und Weisen, seine Statthalter, Vögte und Helden, dass sie entschlafen zum ewigen Schlaf und nicht mehr erwachen, spricht der Herr - Herr der Heerscharen ist sein Name.
58So spricht der Herr der Heerscharen: Die breite Mauer Babels wird bis auf den Grund zerstört und seine hohen Tore verbrannt werden, sodass Völker sich quälten für nichts und Nationen fürs Feuer sich abmühten.
59Das Wort, das der Prophet Jeremia Seraja, dem Sohne Nerias, des Sohnes Mahsejas, gebot, als dieser mit Zedekia, dem König von Juda, im vierten Jahre seiner Regierung nach Babel ging. Seraja aber war Quartiermeister.
60Jeremia schrieb alles Unglück, das über Babel kommen sollte, in ein Buch, alle Worte, die hier über Babel geschrieben sind.
61Und Jeremia sprach zu Seraja: Wenn du nach Babel kommst, so ersieh (dir eine Gelegenheit) und verlies alle diese Worte
62und sprich: "Herr, du hast diesem Orte angedroht, ihn zu vernichten, dass kein Bewohner darin bleiben solle, weder Mensch noch Tier; denn (du sprachst): du wirst ewig wüst und öde sein." (a) Jer 51:26
63Wenn du dann dieses Buch fertig verlesen hast, so binde einen Stein daran und wirf es mitten in den Euphrat
64und sprich: "So wird Babel versinken und nicht wieder emporkommen ob des Unglücks, mit dem ich es heimsuchen werde." (1) im hebrT. folgen hier noch die Worte: "sich abmühten; so weit die Worte Jeremias".
Verständnis von Menge Bibel vs Zürcher Bibel in Jeremia 51
Menge Bibel (GerMenge)
Philologisch präzise Übersetzung von Hermann Menge für das gebildete Publikum. Mit vollständigem Alten und Neuen Testament sowie deuterokanonischen Büchern.
Zürcher Bibel
Reformierte Schweizer Übersetzung mit Wurzeln in Zwinglis Werk.
Sie sehen einen direkten Vergleich von Jeremia 51 in der Menge Bibel und Zürcher Bibel. Der Vergleich dieser Versionen hilft, die Nuancen des Originaltextes besser zu verstehen.
Schlüsselvergleich: Jeremia 51:16
"Wenn er beim Schall des Donners Wasserrauschen am Himmel entstehen läßt und Gewölk vom Ende der Erde heraufführt, wenn er Blitze beim Regen schafft und den Sturmwind aus seinen Vorratskammern herausläßt –"
"Beim Rollen seines Donners erbrausen die Wasser am Himmel; auf sein Geheiss ziehen Wolken herauf vom Ende der Erde. Blitze schafft er zum Regen und holt den Wind hervor aus seinen Kammern. (a) Ps 135:7"
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