Hiob 9 Vergleich: Elberfelder 1905 vs Textbibel
Hiob 9
1Und Hiob antwortete und sprach:
2Wahrlich, ich weiß, daß es also ist; und wie könnte ein Mensch gerecht sein vor Gott?
3Wenn er Lust hat, mit ihm zu rechten, so kann er ihm auf tausend nicht eins antworten.
4Er ist weise von Herzen und stark an Kraft: wer hat sich wider ihn verhärtet und ist unversehrt geblieben?
5Der Berge versetzt, ehe sie es merken, er, der sie umkehrt in seinem Zorn;
6der die Erde aufbeben macht von ihrer Stätte, und ihre Säulen erzittern;
7der der Sonne befiehlt, und sie geht nicht auf, und der die Sterne versiegelt;
8der die Himmel ausspannt, er allein, und einherschreitet auf den Höhen des Meeres;
9der den großen Bären gemacht hat, den Orion und das Siebengestirn und die Kammern des Südens;
10der Großes tut, daß es nicht zu erforschen, und Wundertaten, daß sie nicht zu zählen sind.
11Siehe, er geht an mir vorüber, und ich sehe ihn nicht, und er zieht vorbei, und ich bemerke ihn nicht.
12Siehe, er rafft dahin, und wer will ihm wehren? Wer zu ihm sagen: Was tust du?
13Gott wendet seinen Zorn nicht ab, unter ihn beugen sich Rahabs Helfer.
14Wieviel weniger könnte ich ihm antworten, meine Worte wählen ihm gegenüber!
15Der ich, wenn ich gerecht wäre, nicht antworten könnte, um Gnade würde ich flehen zu meinem Richter.
16Wenn ich riefe, und er mir antwortete, nicht würde ich glauben, daß er meiner Stimme Gehör schenken würde:
17Er, der mich zermalmt durch ein Sturmwetter, und meine Wunden mehrt ohne Ursache;
18er erlaubt mir nicht, Atem zu holen, denn er sättigt mich mit Bitterkeiten.
19Wenn es auf Kraft des Starken ankommt, so sagt er: "Siehe hier!" und wenn auf Recht: "Wer will mich vorladen?"
20Wenn ich auch gerecht wäre, so würde mein Mund mich doch verdammen; wäre ich vollkommen, so würde er mich für verkehrt erklären.
21Vollkommen bin ich; nicht kümmert mich meine Seele, ich verachte mein Leben; es ist eins!
22Darum sage ich: Den Vollkommenen und den Gesetzlosen vernichtet er.
23Wenn die Geißel plötzlich tötet, so spottet er der Prüfung der Unschuldigen.
24Die Erde ist in die Hand des Gesetzlosen gegeben, das Angesicht ihrer Richter verhüllt er. Wenn er es nun nicht ist, wer anders?
25Und meine Tage eilen schneller dahin als ein Läufer, sie entfliehen, schauen das Glück nicht.
26Sie ziehen vorüber gleich Rohrschiffen, wie ein Adler, der auf Fraß herabstürzt.
27Wenn ich sage: Ich will meine Klage vergessen, will mein Angesicht glätten und mich erheitern,
28so bangt mir vor allen meinen Schmerzen; ich weiß, daß du mich nicht für schuldlos halten wirst.
29Ich muß schuldig sein; wozu soll ich mich denn nutzlos abmühen?
30Wenn ich mich mit Schnee wüsche und meine Hände mit Lauge reinigte,
31alsdann würdest du mich in die Grube tauchen, und meinen eigenen Kleidern würde vor mir ekeln.
32Denn er ist nicht ein Mann wie ich, daß ich ihm antworten dürfte, daß wir miteinander vor Gericht gehen könnten.
33Es gibt zwischen uns keinen Schiedsmann, daß er seine Hand auf uns beide legte.
34Er tue seine Rute von mir weg, und sein Schrecken ängstige mich nicht:
35so will ich reden und ihn nicht fürchten; denn nicht also steht es bei mir.
Hiob 9
1Hiob antwortete und sprach:
2Ja wohl, ich weiß, daß es so ist, - wie könnte der Mensch je Recht behalten gegen Gott!
3Wenn er geruhte, mit ihm zu streiten, - nicht auf eins von Tausend könnt' er ihm erwidern!
4Der weisen Sinnes und von gewaltiger Kraft ist - wer hat ihm je getrotzt und blieb unversehrt?
5Er, der unvermerkt Berge versetzt, indem er sie umstürzt in seinem Grimm;
6der die Erde aufbeben macht von ihrer Stätte, daß ihre Säulen ins Wanken geraten,
7der der Sonne verbietet, aufzustrahlen, und die Sterne unter Siegel legt;
8der den Himmel ausspannt allein und einher schreitet auf den Höhen des Meers,
9der den Bären schuf, den Orion und die Pleiaden und die Kammern des Südens;
10der große Dinge thut, die unerforschlich, und Wunder, die nicht aufzuzählen sind.
11Fürwahr, er zieht an mir vorüber, aber ich sehe ihn nicht; er schwebt dahin, aber ich gewahre ihn nicht.
12Rafft er hinweg, wer will ihm wehren? Wer darf zu ihm sprechen: “Was thust du da?”
13Gott wehrt nicht seinem Zorn - krümmten sich doch Rahabs Helfer unter ihm! -
14geschweige, daß ich ihm erwidern dürfte, ihm gegenüber meine Worte wählen könnte,
15der ich, auch wenn ich Recht habe, keine Antwort bekomme, zu meinem Widerpart um Gnade flehen muß.
16Wenn ich ihn riefe und er gäbe mir Antwort, so würde ich's doch nicht glauben, daß er mich anhören werde.
17Vielmehr, im Sturmwind würde er mich anschnauben und meine Wunden ohne Ursach' mehren,
18würde mich nimmer aufatmen lassen, sondern mich sättigen mit bitterem Weh.
19Gilt's Kraft des Starken, so ist er da, aber gilt's den Rechtsweg - “wer darf mich vorfordern?”
20Wär' ich im Recht - mein Mund würde mich verdammen, wäre ich unschuldig - er würde mich zum Betrüger machen!
21Unschuldig bin ich - was kümmert mich mein Leben! ich verachte mein Dasein!
22Eins ist es, drum spreche ich's aus: er bringt den Frommen wie den Frevler um!
23Wenn die Geißel jählings tötet, so lacht er über die Verzweiflung Unschuldiger.
24Die Erde ist in der Frevler Hand gegeben, die Augen ihrer Richter hält er zu: wenn er nicht - wer denn sonst?
25und meine Tage eilten schneller dahin, als ein Läufer, entflohen, ohne Glück geschaut zu haben,
26fuhren dahin wie Binsenkähne, wie ein Adler, der auf Beute stößt.
27Wenn ich denke: Ich will meinen Jammer vergessen, will meinen Unmut lassen und heiter blicken,
28so schaudre ich vor allen meinen Schmerzen: ich weiß, daß du mich nicht lossprechen wirst.
29Ich, ich soll schuldig sein, wozu mich da noch vergeblich abmühen?
30Wenn ich mich auch mit Schnee wüsche und meine Hände mit Lauge reinigte,
31so würdest du mich in den Pfuhl eintauchen, daß meine Kleider vor mir Abscheu hätten.
32Denn er ist nicht ein Mensch wie ich, daß ich ihm Antwort geben, daß wir miteinander vor Gericht treten könnten.
33Kein Schiedsmann ist zwischen uns, der auf uns beide seine Hand legen könnte.
34Er nehme seinen Stock von mir hinweg und lasse seinen Schrecken mich nicht ängstigen,
35so will ich reden, ohne ihn zu fürchten, denn so steht es mit meinem Innern nicht!
Verständnis von Elberfelder 1905 vs Textbibel in Hiob 9
Elberfelder 1905 (GerElb1905)
Revidierte Ausgabe der Elberfelder mit verbesserter Lesbarkeit bei bleibender Genauigkeit.
Textbibel
Wissenschaftlich orientierte Übersetzung für Bibelstudienzwecke.
Sie sehen einen direkten Vergleich von Hiob 9 in der Elberfelder 1905 und Textbibel. Der Vergleich dieser Versionen hilft, die Nuancen des Originaltextes besser zu verstehen.
Schlüsselvergleich: Hiob 9:16
"Wenn ich riefe, und er mir antwortete, nicht würde ich glauben, daß er meiner Stimme Gehör schenken würde:"
"Wenn ich ihn riefe und er gäbe mir Antwort, so würde ich's doch nicht glauben, daß er mich anhören werde."
trending_upBeliebte Vergleiche
1. Mose 1
Johannes 3
Psalmen 23
Matthäus 5
Offenbarung 1
Jesaja 53
Sprüche 3





