Hiob 29 Vergleich: Elberfelder 1905 vs Textbibel
Hiob 29
1Und Hiob fuhr fort, seinen Spruch anzuheben, und sprach:
2O daß ich wäre wie in den Monden der Vorzeit, wie in den Tagen, da Gott mich bewahrte,
3als seine Leuchte über meinem Haupte schien, und ich bei seinem Lichte durch die Finsternis wandelte;
4wie ich war in den Tagen meiner Reife, als das Vertrauen Gottes über meinem Zelte waltete,
5als der Allmächtige noch mit mir war, meine Knaben rings um mich her;
6als meine Schritte sich in Milch badeten, und der Fels neben mir Ölbäche ergoß;
7als ich durch das Tor in die Stadt hineinging, meinen Sitz auf dem Platze aufstellte:
8Die Jünglinge sahen mich und verbargen sich, und die Greise erhoben sich, blieben stehen;
9die Fürsten hielten die Worte zurück und legten die Hand auf ihren Mund;
10die Stimme der Vornehmen verstummte, und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen.
11Denn wenn das Ohr von mir hörte, so pries es mich glücklich, und wenn das Auge mich sah, so legte es Zeugnis von mir ab.
12Denn ich befreite den Elenden, der um Hilfe rief, und die Waise, die keinen Helfer hatte.
13Der Segen des Umkommenden kam über mich, und das Herz der Witwe machte ich jubeln.
14Ich kleidete mich in Gerechtigkeit, und sie bekleidete mich, wie in Oberkleid und Kopfbund in mein Recht.
15Auge war ich dem Blinden, und Fuß dem Lahmen;
16Vater war ich den Dürftigen, und die Rechtssache dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich;
17und ich zerbrach das Gebiß des Ungerechten, und seinen Zähnen entriß ich die Beute.
18Und ich sprach: In meinem Neste werde ich verscheiden, und meine Tage vermehren wie der Sand;
19meine Wurzel wird ausgebreitet sein am Wasser, und der Tau wird übernachten auf meinem Gezweig;
20meine Ehre wird frisch bei mir bleiben, und mein Bogen sich in meiner Hand verjüngen.
21Sie hörten mir zu und harrten, und horchten schweigend auf meinen Rat.
22Nach meinem Worte sprachen sie nicht wieder, und auf sie träufelte meine Rede.
23Und sie harrten auf mich wie auf den Regen, und sperrten ihren Mund auf wie nach dem Spätregen.
24Ich lächelte ihnen zu, wenn sie kein Vertrauen hatten, und das Licht meines Angesichts konnten sie nicht trüben.
25Ich wählte für sie den Weg aus, und saß als Haupt, und thronte wie ein König unter der Kriegsschar, gleichwie einer, der Trauernde tröstet.
Hiob 29
1Darauf fuhr Hiob also fort, seine Rede vorzutragen:
2O daß ich wäre wie in früheren Monden, wie in den Tagen da mich Gott beschützte;
3als seine Leuchte über meinem Haupte schien, und ich bei seinem Licht durch Dunkel wandelte,
4so, wie ich war in meines Sommers Tagen, als Gottes Freundschaft über meinem Zelte waltete,
5als der Allmächtige noch mit mir war, rings um mich meine Knaben;
6als ich meine Schritte in Dickmilch badete, und der Fels neben mir Bäche Öls ergoß;
7als ich zum Thore ging hinauf zur Stadt, auf dem freien Platze meinen Sitz aufschlug.
8Wenn mich die Knaben sahen, verbargen sie sich, und die Greise erhoben sich und blieben stehn;
9Häuptlinge hielten inne mit Reden und legten die Hand auf ihren Mund.
10Der Edlen Stimme verbarg sich, und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen.
11Denn wo ein Ohr nur hörte, da pries es mich selig, und wo ein Auge sah, da gab es mir Zeugnis.
12Denn ich rettete den Elenden, der um Hilfe schrie, und die Waise und den, der keinen Helfer hatte.
13Der Segen des Verlorenen kam über mich, und das Herz der Witwe macht ich jubeln.
14Gerechtigkeit zog ich an, und sie zog mich an, wie Talar und Turban zog ich an meine Rechtschaffenheit.
15Auge ward ich dem Blinden und Fuß war ich dem Lahmen.
16Ein Vater war ich den Armen und die Rechtssache des mir Unbekannten untersuchte ich;
17ich zerschmetterte dem Frevler die Kinnladen und warf ihm die Beute aus den Zähnen.
18So dachte ich denn: “Bei meinem Neste werde ich verscheiden und wie der Phönix meine Tage mehren.
19Meine Wurzel steht über dem Wasser offen, und der Tau übernachtet in meinen Zweigen.
20Meine Würde ist stets neu bei mir, und mein Bogen verjüngt sich in meiner Hand.”
21Mir hörten sie zu und warteten und lauschten schweigend meinem Rate.
22Wenn ich geredet, sprachen sie nicht mehr, und meine Rede troff auf sie herab.
23So warteten sie auf mich wie auf Regen und wie nach Spätregen sperrten sie den Mund auf.
24Ich lächelte ihnen zu, wenn sie verzagten, und das heitre Antlitz trübten sie mir nie.
25Gern wählte ich den Weg zu ihnen, saß da als Haupt und thronte wie ein König in der Heerschar, wie einer, der Trauernde tröstet.
Verständnis von Elberfelder 1905 vs Textbibel in Hiob 29
Elberfelder 1905 (GerElb1905)
Revidierte Ausgabe der Elberfelder mit verbesserter Lesbarkeit bei bleibender Genauigkeit.
Textbibel
Wissenschaftlich orientierte Übersetzung für Bibelstudienzwecke.
Sie sehen einen direkten Vergleich von Hiob 29 in der Elberfelder 1905 und Textbibel. Der Vergleich dieser Versionen hilft, die Nuancen des Originaltextes besser zu verstehen.
Schlüsselvergleich: Hiob 29:16
"Vater war ich den Dürftigen, und die Rechtssache dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich;"
"Ein Vater war ich den Armen und die Rechtssache des mir Unbekannten untersuchte ich;"
trending_upBeliebte Vergleiche
1. Mose 1
Johannes 3
Psalmen 23
Matthäus 5
Offenbarung 1
Jesaja 53
Sprüche 3





