Hiob 19 Vergleich: Luther 1912 vs Elberfelder 1871
Hiob 19
1Hiob antwortete und sprach:
2Was plaget ihrdoch meine Seele und peiniget mich mit Worten?
3Ihr habt mich nun zehnmal gehohnet und schamet euch nicht, daß ihr mich also umtreibet.
4Irre ich, so irre ich mir.
5Aber ihr erhebet euch wahrlich wider mich und scheltet mich zu meiner Schmach.
6Merket doch einst, daß mir Gott unrecht tut und hat mich mit seinem Jagestrick umgeben.
7Siehe, ob ich schon schreie uber Frevel, so werde ich doch nicht erhoret; ich rufe, und ist kein Recht da.
8Er hat meinen Weg verzaunet, daß ich nicht kann hinubergehen, und hat Finsternis auf meinen Steig gestellet.
9Er hat meine Ehre mir ausgezogen und die Krone von meinem Haupt genommen.
10Er hat mich zerbrochen urn und urn und laßt mich gehen, und hat ausgerissen meine Hoffnung wie einen Baum.
11Sein Zorn ist über mich ergrimmet, und er achtet mich fur seinen Feind.
12Seine Kriegsleute sind miteinander kommen und haben ihren Weg über mich gepflastert und haben sich urn meine Hütte her gelagert.
13Er hat meine Brüder feme von mir getan, und meine Verwandten sind mirfremd worden.
14Meine Nachsten haben sich entzogen, und meine Freunde haben mein vergessen.
15Meine Hausgenossen und meine Magde achten mich fürfremd, ich bin unbekannt worden vor ihren Augen.
16Ich rief meinem Knecht, und er antwortete mir nicht; ich mußte ihm flehen mit eigenem Munde.
17Mein Weib stellet sich fremd, wenn ich ihr rufe; ich muß flehen den Kindern meines Leibes.
18Auch die jungen Kinder geben nichts auf mich; wenn ich mich wider sie setze, so geben sie mir bose Worte.
19Alle meine Getreuen haben Greuel an mir; und die ich liebhatte, haben sich wider mich gekehret.
20Mein Gebein hanget an meiner Haut und Fleisch, und kann meine Zahne mit der Haut nicht bedecken.
21Erbarmet euch mein, erbarmet euch mein, ihr, meine Freunde; denn die Hand Gottes hat mich geruhret.
22Warum verfolget ihr mich gleich so wohl als Gott und konnet meines Fleisches nicht satt werden?
23Ach, daß meine Reden geschrieben wurden! Ach, daß sie in ein Buch gestellet wurden,
24mit einem eisernen Griffel auf Blei und zu ewigem Gedachtnis in einen Fels gehauen wurden!
25Aber ich weiß, daß mein Erloser lebet; und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken;
26und werde danach mit dieser meiner Haut umgeben werden und werde in meinem Fleisch Gott sehen.
27Denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn schauen, und kein Fremder. Meine Nieren sind verzehret in meinem Schoß.
28Denn ihr sprechet: Wie wollen wir ihn verfolgen und eine Sache zu ihm finden?
29Furchtet euch vor dem Schwert; denn das Schwert ist der Zorn uber die Missetat, auf daß ihr wisset, daß ein Gericht sei.
Hiob 19
1Und Hiob antwortete und sprach:
2Wie lange wollt ihr meine Seele plagen und mich mit Worten zermalmen?
3Schon zehnmal ist es, daß ihr mich geschmäht habt; ihr schämet euch nicht, mich zu verletzen.
4Und habe ich auch wirklich geirrt, so bleibt doch mein Irrtum bei mir.
5Wenn ihr wirklich wider mich großtun wollt, und wider mich dartun meine Schmach,
6so wisset denn, daß Gott mich in meinem Rechte gebeugt und mich umstellt hat mit seinem Netze.
7Siehe, ich schreie über Gewalttat, und werde nicht erhört; ich rufe um Hülfe, und da ist kein Recht.
8Er hat meinen Weg verzäunt, daß ich nicht hinüber kann, und auf meine Pfade legte er Finsternis.
9Meine Ehre hat er mir ausgezogen, und weggenommen die Krone meines Hauptes.
10Er hat mich niedergerissen ringsum, so daß ich vergehe, und hat meine Hoffnung ausgerissen wie einen Baum.
11Und seinen Zorn ließ er wider mich entbrennen, und achtete mich seinen Feinden gleich.
12Allzumal kamen seine Scharen und bahnten ihren Weg wider mich, und lagerten sich rings um mein Zelt.
13Meine Brüder hat er von mir entfernt, und meine Bekannten sind mir ganz entfremdet.
14Meine Verwandten bleiben aus, und meine Vertrauten haben mich vergessen.
15Meine Hausgenossen und meine Mägde achten mich für einen Fremden; ein Ausländer bin ich in ihren Augen geworden.
16Meinem Knechte rufe ich, und er antwortet nicht; mit meinem Munde muß ich zu ihm flehen.
17Mein Atem ist meinem Weibe zuwider, und mein übler Geruch den Kindern meiner Mutter.
18Selbst Buben verachten mich; will ich aufstehen, so reden sie über mich.
19Alle meine Vertrauten verabscheuen mich, und die ich liebte, haben sich gegen mich gekehrt.
20Mein Gebein klebt an meiner Haut und an meinem Fleische, und nur mit der Haut meiner Zähne bin ich entronnen.
21Erbarmet euch meiner, erbarmet euch meiner, ihr meine Freunde! denn die Hand Gottes hat mich angetastet.
22Warum verfolget ihr mich wie Gott und werdet meines Fleisches nicht satt?
23O daß doch meine Worte aufgeschrieben würden! o daß sie in ein Buch gezeichnet würden,
24mit eisernem Griffel und Blei in den Felsen eingehauen auf ewig!
25Und ich, ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er auf der Erde stehen;
26und ist nach meiner Haut dieses da zerstört, so werde ich aus meinem Fleische Gott anschauen,
27welchen ich selbst mir anschauen, und den meine Augen sehen werden, und kein anderer: meine Nieren verschmachten in meinem Innern. -
28Wenn ihr saget: Wie wollen wir ihn verfolgen? und daß die Wurzel der Sache in mir sich befinde,
29so fürchtet euch vor dem Schwerte! Denn das Schwert ist der Grimm über die Missetaten; auf daß ihr wisset, daß ein Gericht ist.
Verständnis von Luther 1912 vs Elberfelder 1871 in Hiob 19
Luther 1912 (GerBoLut)
Martin Luthers historische Übersetzung (Revision 1912).
Elberfelder 1871
Wörtliche Übersetzung von Darby-Schülern, bekannt für ihre Texttreue zum Grundtext.
Sie sehen einen direkten Vergleich von Hiob 19 in der Luther 1912 und Elberfelder 1871. Der Vergleich dieser Versionen hilft, die Nuancen des Originaltextes besser zu verstehen.
Schlüsselvergleich: Hiob 19:16
"Ich rief meinem Knecht, und er antwortete mir nicht; ich mußte ihm flehen mit eigenem Munde."
"Meinem Knechte rufe ich, und er antwortet nicht; mit meinem Munde muß ich zu ihm flehen."
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