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Klagelieder 3 Vergleich: Schlachter 1951 vs Luther 1545

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Klagelieder 3

1Ich bin der Mann, der tief gebeugt worden ist durch die Rute seines Zorns.

2Mich hat er verjagt und in die Finsternis geführt und nicht ans Licht.

3Nur gegen mich kehrt er immer wieder den ganzen Tag seine Hand.

4Er hat mein Fleisch und meine Haut verschlungen und meine Knochen zermalmt.

5Er hat rings um mich her Gift und Drangsal aufgebaut.

6In dunkeln Höhlen läßt er mich wohnen wie längst Verstorbene.

7Er hat mich eingemauert, daß ich nicht herauskommen kann; mit ehernen Ketten hat er mich beschwert.

8Ob ich auch schreie und rufe, verstopft er doch die Ohren vor meinem Gebet.

9Quadersteine legt er mir in den Weg, krümmt meine Pfade.

10Er lauert mir auf wie ein Bär, wie ein Löwe im Dickicht.

11Er hat mich auf Abwege gebracht, istüber mich hergefallen und hat mich arg zugerichtet.

12Er hat seinen Bogen gespannt und mich dem Pfeile zum Ziel gesetzt.

13Er hat mir seines Köchers Söhne in die Nieren gejagt.

14Ich bin allem Volk zum Gelächter geworden, ihr Liedlein den ganzen Tag.

15Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt, mit Wermut getränkt.

16Er ließ meine Zähne sich an Kies zerbeißen, er hat mich mit Asche bedeckt.

17Und du hast meine Seele aus dem Frieden verstoßen, daß ich des Glückes vergaß.

18Und ich sprach: Meine Lebenskraft ist dahin, meine Hoffnung auf den HERRN.

19Sei eingedenk meines Elends, meiner Verfolgung, des Wermuts und des Gifts!

20Beständig denkt meine Seele daran und ist tief gebeugt!

21Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen:

22Gnadenbeweise des HERRN sind's, daß wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende;

23sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß!

24Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.

25Der HERR ist gütig gegen die, welche auf ihn hoffen, gegen die Seele, die nach ihm fragt.

26Gut ist's, schweigend zu warten auf das Heil des HERRN.

27Es ist einem Manne gut, in seiner Jugend das Joch zu tragen.

28Er sitze einsam und schweige, wenn man ihm eines auferlegt!

29Er stecke seinen Mund in den Staub; vielleicht ist noch Hoffnung vorhanden!

30Schlägt ihn jemand, so biete er ihm den Backen dar und lasse sich mit Schmach sättigen!

31Denn der Herr wird nicht ewig verstoßen;

32sondern wenn er betrübt hat, so erbarmt er sich auch nach der Größe seiner Gnade.

33Denn nicht aus Lust plagt und betrübt ER die Menschenkinder.

34Wenn alle Gefangenen eines Landes mit Füßen getreten,

35wenn das Recht eines Mannes vor dem Angesicht des Höchsten gebeugt,

36die Rechtssache eines Menschen verdreht wird, sollte der Herr es nicht beachten?

37Wer hat je etwas gesagt und es ist geschehen, ohne daß der Herr es befahl?

38Geht nicht aus dem Munde des Höchsten das Böse und das Gute hervor?

39Was beklagt sich der Mensch? Es hätte sich wahrlich jederüber seine Sünde zu beklagen!

40Lasset uns unsere Wege erforschen und durchsuchen und zum HERRN zurückkehren!

41Lasset uns unsere Herzen samt den Händen zu Gott im Himmel erheben!

42Wir sind abtrünnig und widerspenstig gewesen; das hast du nicht vergeben;

43du hast dich im Zorn verborgen und uns verfolgt; du hast uns ohne Gnade erwürgt;

44du hast dich in eine Wolke gehüllt, daß kein Gebet hindurchdrang;

45du hast uns zu Kot und Abscheu gemacht unter den Völkern!

46Alle unsere Feinde haben ihr Maul gegen uns aufgesperrt.

47Grauen und Grube wurden uns beschieden, Verwüstung und Untergang.

48Es rinnen Wasserbäche aus meinen Augen wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes.

49Mein Auge tränt unaufhörlich; denn da ist keine Ruhe,

50bis der HERR vom Himmel herabschauen und dareinsehen wird.

51Was ich sehen muß, tut meiner Seele weh ob aller Töchter meiner Stadt.

52Die mich ohne Ursache hassen, stellten mir heftig nach wie einem Vogel;

53sie wollten mich in der Grube ums Leben bringen und warfen Steine auf mich.

54Die Wasser gingenüber mein Haupt; ich sagte: Ich bin verloren!

55Aber ich rief, HERR, deinen Namen an, tief unten aus der Grube.

56Du hörtest meine Stimme:«Verschließe dein Ohr nicht vor meinem Seufzen, vor meinem Hilferuf!»

57Du nahtest dich mir des Tages, als ich dich anrief, du sprachest: Fürchte dich nicht!

58Du führtest, o Herr, die Sache meiner Seele, du rettetest mir das Leben!

59Du hast, o HERR, meine Unterdrückung gesehen; schaffe du mir Recht!

60Du hast all ihre Rachgier gesehen, alle ihre Anschläge wider mich;

61du hast, o HERR, ihr Schmähen gehört, alle ihre Pläne gegen mich,

62die Reden meiner Widersacher und ihr beständiges Murmelnüber mich.

63Siehe doch: ob sie niedersitzen oder aufstehen, so bin ich ihr Spottlied.

64Vergilt ihnen, o HERR, nach dem Werk ihrer Hände!

65Gib ihnen Verstockung ins Herz, dein Fluch kommeüber sie!

66Verfolge sie in deinem Zorn und vertilge sie unter dem Himmel des HERRN hinweg!

Klagelieder 3

1Ich bin ein elender Mann, der die Rute seines Grimmes sehen muß.

2Er hat mich geführet und lassen gehen in die Finsternis und nicht ins Licht.

3Er hat seine Hand gewendet wider mich und handelt gar anders mit mir für und für.

4Er hat mein Fleisch und Haut alt gemacht und mein Gebein zerschlagen.

5Er hat mich verbauet und mich mit Galle und Mühe umgeben.

6Er hat mich in Finsternis gelegt, wie die Toten in der Welt.

7Er hat mich vermauert, daß ich nicht heraus kann, und mich in harte Fesseln gelegt.

8Und wenn ich gleich schreie und rufe, so stopft er die Ohren zu vor meinem Gebet.

9Er hat meinen Weg vermauert mit Werkstücken und meinen Steig umgekehret.

10Er hat auf mich gelauert wie ein Bär, wie ein Löwe im Verborgenen.

11Er läßt mich des Weges fehlen. Er hat mich zerstücket und zunichte gemacht.

12Er hat seinen Bogen gespannet und mich dem Pfeil zum Ziel gesteckt.

13Er hat aus dem Köcher in meine Nieren schießen lassen.

14Ich bin ein Spott allem meinem Volk und täglich ihr Liedlein.

15Er hat mich mit Bitterkeit gesättiget und mit Wermut getränket.

16Er hat meine Zähne zu kleinen Stücken zerschlagen. Er wälzet mich in der Asche.

17Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich muß des Guten vergessen.

18Ich sprach: Mein Vermögen ist dahin und meine Hoffnung am HERRN.

19Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Galle getränket bin.

20Du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir's.

21Das nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch.

22Die Gute des HERRN ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende,

23sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.

24Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen.

25Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harret, und der Seele, die nach ihm fraget.

26Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen.

27Es ist ein köstlich Ding einem Manne, daß er das Joch in seiner Jugend trage,

28daß ein Verlassener geduldig sei, wenn ihn etwas überfällt,

29und seinen Mund in den Staub stecke und der Hoffnung erwarte

30und lasse sich auf die Backen schlagen und ihm viel Schmach anlegen.

31Denn der HERR verstößt nicht ewiglich,

32sondern er betrübet wohl und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte;

33denn er nicht von Herzen die Menschen plaget und betrübet,

34als wollte er alle die Gefangenen auf Erden gar unter seine Füße zertreten

35und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten beugen lassen

36und eines Menschen Sache verkehren lassen, gleich als sähe es der HERR nicht.

37Wer darf denn sagen, daß solches geschehe ohne des HERRN Befehl,

38und daß weder Böses noch Gutes komme aus dem Munde des Allerhöchsten?

39Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünde!

40Und laßt uns forschen und suchen unser Wesen und uns zum HERRN bekehren.

41Laßt uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel.

42Wir, wir haben gesündiget und sind ungehorsam gewesen. Darum hast du billig nicht verschonet,

43sondern du hast uns mit Zorn überschüttet und verfolget und ohne Barmherzigkeit erwürget.

44Du hast dich mit einer Wolke verdeckt, daß kein Gebet hindurch konnte.

45Du hast uns zu Kot und Unflat gemacht unter den Völkern.

46Alle unsere Feinde sperren ihr Maul auf wider uns.

47Wir werden gedrückt und geplagt mit Schrecken und Angst.

48Meine Augen rinnen mit Wasserbächen über dem Jammer der Tochter meines Volks.

49Meine Augen fließen und können nicht ablassen; denn es ist kein Aufhören da,

50bis der HERR vom Himmel herabschaue und sehe darein.

51Mein Auge frißt mir das Leben weg um die Tochter meiner Stadt.

52Meine Feinde haben mich gehetzet, wie einen Vogel, ohne Ursache.

53Sie haben mein Leben in einer Grube umgebracht und Steine auf mich geworfen.

54Sie haben auch mein Haupt mit Wasser überschüttet. Da sprach ich: Nun bin ich gar dahin.

55Ich rief aber deinen Namen an, HERR, unten aus der Grube;

56und du erhöretest meine Stimme. Verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreien!

57Nahe dich zu mir, wenn ich dich anrufe, und sprich: Fürchte dich nicht!

58Führe du, HERR, die Sache meiner Seele und erlöse mein Leben!

59HERR, schaue, wie mir so unrecht geschieht, und hilf mir zu meinem Recht!

60Du siehest alle ihre Rache und alle ihre Gedanken wider mich.

61HERR, du hörest ihre Schmach und alle ihre Gedanken über mich,

62die Lippen meiner Widerwärtigen und ihr Dichten wider mich täglich.

63Schaue doch; sie gehen nieder oder stehen auf, so singen sie von mir Liedlein.

64Vergilt ihnen, HERR, wie sie verdienet haben!

65Laß ihnen das Herz erschrecken und deinen Fluch fühlen!

66Verfolge sie mit Grimm und vertilge sie unter dem Himmel des HERRN!

Klagelieder 3

1Ich bin der Mann, der tief gebeugt worden ist durch die Rute seines Zorns.

2Mich hat er verjagt und in die Finsternis geführt und nicht ans Licht.

3Nur gegen mich kehrt er immer wieder den ganzen Tag seine Hand.

4Er hat mein Fleisch und meine Haut verschlungen und meine Knochen zermalmt.

5Er hat rings um mich her Gift und Drangsal aufgebaut.

6In dunkeln Höhlen läßt er mich wohnen wie längst Verstorbene.

7Er hat mich eingemauert, daß ich nicht herauskommen kann; mit ehernen Ketten hat er mich beschwert.

8Ob ich auch schreie und rufe, verstopft er doch die Ohren vor meinem Gebet.

9Quadersteine legt er mir in den Weg, krümmt meine Pfade.

10Er lauert mir auf wie ein Bär, wie ein Löwe im Dickicht.

11Er hat mich auf Abwege gebracht, istüber mich hergefallen und hat mich arg zugerichtet.

12Er hat seinen Bogen gespannt und mich dem Pfeile zum Ziel gesetzt.

13Er hat mir seines Köchers Söhne in die Nieren gejagt.

14Ich bin allem Volk zum Gelächter geworden, ihr Liedlein den ganzen Tag.

15Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt, mit Wermut getränkt.

16Er ließ meine Zähne sich an Kies zerbeißen, er hat mich mit Asche bedeckt.

17Und du hast meine Seele aus dem Frieden verstoßen, daß ich des Glückes vergaß.

18Und ich sprach: Meine Lebenskraft ist dahin, meine Hoffnung auf den HERRN.

19Sei eingedenk meines Elends, meiner Verfolgung, des Wermuts und des Gifts!

20Beständig denkt meine Seele daran und ist tief gebeugt!

21Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen:

22Gnadenbeweise des HERRN sind's, daß wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende;

23sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß!

24Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.

25Der HERR ist gütig gegen die, welche auf ihn hoffen, gegen die Seele, die nach ihm fragt.

26Gut ist's, schweigend zu warten auf das Heil des HERRN.

27Es ist einem Manne gut, in seiner Jugend das Joch zu tragen.

28Er sitze einsam und schweige, wenn man ihm eines auferlegt!

29Er stecke seinen Mund in den Staub; vielleicht ist noch Hoffnung vorhanden!

30Schlägt ihn jemand, so biete er ihm den Backen dar und lasse sich mit Schmach sättigen!

31Denn der Herr wird nicht ewig verstoßen;

32sondern wenn er betrübt hat, so erbarmt er sich auch nach der Größe seiner Gnade.

33Denn nicht aus Lust plagt und betrübt ER die Menschenkinder.

34Wenn alle Gefangenen eines Landes mit Füßen getreten,

35wenn das Recht eines Mannes vor dem Angesicht des Höchsten gebeugt,

36die Rechtssache eines Menschen verdreht wird, sollte der Herr es nicht beachten?

37Wer hat je etwas gesagt und es ist geschehen, ohne daß der Herr es befahl?

38Geht nicht aus dem Munde des Höchsten das Böse und das Gute hervor?

39Was beklagt sich der Mensch? Es hätte sich wahrlich jederüber seine Sünde zu beklagen!

40Lasset uns unsere Wege erforschen und durchsuchen und zum HERRN zurückkehren!

41Lasset uns unsere Herzen samt den Händen zu Gott im Himmel erheben!

42Wir sind abtrünnig und widerspenstig gewesen; das hast du nicht vergeben;

43du hast dich im Zorn verborgen und uns verfolgt; du hast uns ohne Gnade erwürgt;

44du hast dich in eine Wolke gehüllt, daß kein Gebet hindurchdrang;

45du hast uns zu Kot und Abscheu gemacht unter den Völkern!

46Alle unsere Feinde haben ihr Maul gegen uns aufgesperrt.

47Grauen und Grube wurden uns beschieden, Verwüstung und Untergang.

48Es rinnen Wasserbäche aus meinen Augen wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes.

49Mein Auge tränt unaufhörlich; denn da ist keine Ruhe,

50bis der HERR vom Himmel herabschauen und dareinsehen wird.

51Was ich sehen muß, tut meiner Seele weh ob aller Töchter meiner Stadt.

52Die mich ohne Ursache hassen, stellten mir heftig nach wie einem Vogel;

53sie wollten mich in der Grube ums Leben bringen und warfen Steine auf mich.

54Die Wasser gingenüber mein Haupt; ich sagte: Ich bin verloren!

55Aber ich rief, HERR, deinen Namen an, tief unten aus der Grube.

56Du hörtest meine Stimme:«Verschließe dein Ohr nicht vor meinem Seufzen, vor meinem Hilferuf!»

57Du nahtest dich mir des Tages, als ich dich anrief, du sprachest: Fürchte dich nicht!

58Du führtest, o Herr, die Sache meiner Seele, du rettetest mir das Leben!

59Du hast, o HERR, meine Unterdrückung gesehen; schaffe du mir Recht!

60Du hast all ihre Rachgier gesehen, alle ihre Anschläge wider mich;

61du hast, o HERR, ihr Schmähen gehört, alle ihre Pläne gegen mich,

62die Reden meiner Widersacher und ihr beständiges Murmelnüber mich.

63Siehe doch: ob sie niedersitzen oder aufstehen, so bin ich ihr Spottlied.

64Vergilt ihnen, o HERR, nach dem Werk ihrer Hände!

65Gib ihnen Verstockung ins Herz, dein Fluch kommeüber sie!

66Verfolge sie in deinem Zorn und vertilge sie unter dem Himmel des HERRN hinweg!

Klagelieder 3:1
GerSch

Ich bin der Mann, der tief gebeugt worden ist durch die Rute seines Zorns.

GerLut1545

Ich bin ein elender Mann, der die Rute seines Grimmes sehen muß.

2
GerSch

Mich hat er verjagt und in die Finsternis geführt und nicht ans Licht.

GerLut1545

Er hat mich geführet und lassen gehen in die Finsternis und nicht ins Licht.

3
GerSch

Nur gegen mich kehrt er immer wieder den ganzen Tag seine Hand.

GerLut1545

Er hat seine Hand gewendet wider mich und handelt gar anders mit mir für und für.

4
GerSch

Er hat mein Fleisch und meine Haut verschlungen und meine Knochen zermalmt.

GerLut1545

Er hat mein Fleisch und Haut alt gemacht und mein Gebein zerschlagen.

5
GerSch

Er hat rings um mich her Gift und Drangsal aufgebaut.

GerLut1545

Er hat mich verbauet und mich mit Galle und Mühe umgeben.

6
GerSch

In dunkeln Höhlen läßt er mich wohnen wie längst Verstorbene.

GerLut1545

Er hat mich in Finsternis gelegt, wie die Toten in der Welt.

7
GerSch

Er hat mich eingemauert, daß ich nicht herauskommen kann; mit ehernen Ketten hat er mich beschwert.

GerLut1545

Er hat mich vermauert, daß ich nicht heraus kann, und mich in harte Fesseln gelegt.

8
GerSch

Ob ich auch schreie und rufe, verstopft er doch die Ohren vor meinem Gebet.

GerLut1545

Und wenn ich gleich schreie und rufe, so stopft er die Ohren zu vor meinem Gebet.

9
GerSch

Quadersteine legt er mir in den Weg, krümmt meine Pfade.

GerLut1545

Er hat meinen Weg vermauert mit Werkstücken und meinen Steig umgekehret.

10
GerSch

Er lauert mir auf wie ein Bär, wie ein Löwe im Dickicht.

GerLut1545

Er hat auf mich gelauert wie ein Bär, wie ein Löwe im Verborgenen.

11
GerSch

Er hat mich auf Abwege gebracht, istüber mich hergefallen und hat mich arg zugerichtet.

GerLut1545

Er läßt mich des Weges fehlen. Er hat mich zerstücket und zunichte gemacht.

12
GerSch

Er hat seinen Bogen gespannt und mich dem Pfeile zum Ziel gesetzt.

GerLut1545

Er hat seinen Bogen gespannet und mich dem Pfeil zum Ziel gesteckt.

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GerSch

Er hat mir seines Köchers Söhne in die Nieren gejagt.

GerLut1545

Er hat aus dem Köcher in meine Nieren schießen lassen.

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GerSch

Ich bin allem Volk zum Gelächter geworden, ihr Liedlein den ganzen Tag.

GerLut1545

Ich bin ein Spott allem meinem Volk und täglich ihr Liedlein.

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GerSch

Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt, mit Wermut getränkt.

GerLut1545

Er hat mich mit Bitterkeit gesättiget und mit Wermut getränket.

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GerSch

Er ließ meine Zähne sich an Kies zerbeißen, er hat mich mit Asche bedeckt.

GerLut1545

Er hat meine Zähne zu kleinen Stücken zerschlagen. Er wälzet mich in der Asche.

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GerSch

Und du hast meine Seele aus dem Frieden verstoßen, daß ich des Glückes vergaß.

GerLut1545

Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich muß des Guten vergessen.

18
GerSch

Und ich sprach: Meine Lebenskraft ist dahin, meine Hoffnung auf den HERRN.

GerLut1545

Ich sprach: Mein Vermögen ist dahin und meine Hoffnung am HERRN.

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GerSch

Sei eingedenk meines Elends, meiner Verfolgung, des Wermuts und des Gifts!

GerLut1545

Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Galle getränket bin.

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GerSch

Beständig denkt meine Seele daran und ist tief gebeugt!

GerLut1545

Du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir's.

21
GerSch

Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen:

GerLut1545

Das nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch.

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GerSch

Gnadenbeweise des HERRN sind's, daß wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende;

GerLut1545

Die Gute des HERRN ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende,

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GerSch

sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß!

GerLut1545

sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.

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GerSch

Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.

GerLut1545

Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen.

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GerSch

Der HERR ist gütig gegen die, welche auf ihn hoffen, gegen die Seele, die nach ihm fragt.

GerLut1545

Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harret, und der Seele, die nach ihm fraget.

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GerSch

Gut ist's, schweigend zu warten auf das Heil des HERRN.

GerLut1545

Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen.

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GerSch

Es ist einem Manne gut, in seiner Jugend das Joch zu tragen.

GerLut1545

Es ist ein köstlich Ding einem Manne, daß er das Joch in seiner Jugend trage,

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GerSch

Er sitze einsam und schweige, wenn man ihm eines auferlegt!

GerLut1545

daß ein Verlassener geduldig sei, wenn ihn etwas überfällt,

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GerSch

Er stecke seinen Mund in den Staub; vielleicht ist noch Hoffnung vorhanden!

GerLut1545

und seinen Mund in den Staub stecke und der Hoffnung erwarte

30
GerSch

Schlägt ihn jemand, so biete er ihm den Backen dar und lasse sich mit Schmach sättigen!

GerLut1545

und lasse sich auf die Backen schlagen und ihm viel Schmach anlegen.

31
GerSch

Denn der Herr wird nicht ewig verstoßen;

GerLut1545

Denn der HERR verstößt nicht ewiglich,

32
GerSch

sondern wenn er betrübt hat, so erbarmt er sich auch nach der Größe seiner Gnade.

GerLut1545

sondern er betrübet wohl und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte;

33
GerSch

Denn nicht aus Lust plagt und betrübt ER die Menschenkinder.

GerLut1545

denn er nicht von Herzen die Menschen plaget und betrübet,

34
GerSch

Wenn alle Gefangenen eines Landes mit Füßen getreten,

GerLut1545

als wollte er alle die Gefangenen auf Erden gar unter seine Füße zertreten

35
GerSch

wenn das Recht eines Mannes vor dem Angesicht des Höchsten gebeugt,

GerLut1545

und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten beugen lassen

36
GerSch

die Rechtssache eines Menschen verdreht wird, sollte der Herr es nicht beachten?

GerLut1545

und eines Menschen Sache verkehren lassen, gleich als sähe es der HERR nicht.

37
GerSch

Wer hat je etwas gesagt und es ist geschehen, ohne daß der Herr es befahl?

GerLut1545

Wer darf denn sagen, daß solches geschehe ohne des HERRN Befehl,

38
GerSch

Geht nicht aus dem Munde des Höchsten das Böse und das Gute hervor?

GerLut1545

und daß weder Böses noch Gutes komme aus dem Munde des Allerhöchsten?

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GerSch

Was beklagt sich der Mensch? Es hätte sich wahrlich jederüber seine Sünde zu beklagen!

GerLut1545

Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünde!

40
GerSch

Lasset uns unsere Wege erforschen und durchsuchen und zum HERRN zurückkehren!

GerLut1545

Und laßt uns forschen und suchen unser Wesen und uns zum HERRN bekehren.

41
GerSch

Lasset uns unsere Herzen samt den Händen zu Gott im Himmel erheben!

GerLut1545

Laßt uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel.

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GerSch

Wir sind abtrünnig und widerspenstig gewesen; das hast du nicht vergeben;

GerLut1545

Wir, wir haben gesündiget und sind ungehorsam gewesen. Darum hast du billig nicht verschonet,

43
GerSch

du hast dich im Zorn verborgen und uns verfolgt; du hast uns ohne Gnade erwürgt;

GerLut1545

sondern du hast uns mit Zorn überschüttet und verfolget und ohne Barmherzigkeit erwürget.

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GerSch

du hast dich in eine Wolke gehüllt, daß kein Gebet hindurchdrang;

GerLut1545

Du hast dich mit einer Wolke verdeckt, daß kein Gebet hindurch konnte.

45
GerSch

du hast uns zu Kot und Abscheu gemacht unter den Völkern!

GerLut1545

Du hast uns zu Kot und Unflat gemacht unter den Völkern.

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GerSch

Alle unsere Feinde haben ihr Maul gegen uns aufgesperrt.

GerLut1545

Alle unsere Feinde sperren ihr Maul auf wider uns.

47
GerSch

Grauen und Grube wurden uns beschieden, Verwüstung und Untergang.

GerLut1545

Wir werden gedrückt und geplagt mit Schrecken und Angst.

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GerSch

Es rinnen Wasserbäche aus meinen Augen wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes.

GerLut1545

Meine Augen rinnen mit Wasserbächen über dem Jammer der Tochter meines Volks.

49
GerSch

Mein Auge tränt unaufhörlich; denn da ist keine Ruhe,

GerLut1545

Meine Augen fließen und können nicht ablassen; denn es ist kein Aufhören da,

50
GerSch

bis der HERR vom Himmel herabschauen und dareinsehen wird.

GerLut1545

bis der HERR vom Himmel herabschaue und sehe darein.

51
GerSch

Was ich sehen muß, tut meiner Seele weh ob aller Töchter meiner Stadt.

GerLut1545

Mein Auge frißt mir das Leben weg um die Tochter meiner Stadt.

52
GerSch

Die mich ohne Ursache hassen, stellten mir heftig nach wie einem Vogel;

GerLut1545

Meine Feinde haben mich gehetzet, wie einen Vogel, ohne Ursache.

53
GerSch

sie wollten mich in der Grube ums Leben bringen und warfen Steine auf mich.

GerLut1545

Sie haben mein Leben in einer Grube umgebracht und Steine auf mich geworfen.

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GerSch

Die Wasser gingenüber mein Haupt; ich sagte: Ich bin verloren!

GerLut1545

Sie haben auch mein Haupt mit Wasser überschüttet. Da sprach ich: Nun bin ich gar dahin.

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GerSch

Aber ich rief, HERR, deinen Namen an, tief unten aus der Grube.

GerLut1545

Ich rief aber deinen Namen an, HERR, unten aus der Grube;

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GerSch

Du hörtest meine Stimme:«Verschließe dein Ohr nicht vor meinem Seufzen, vor meinem Hilferuf!»

GerLut1545

und du erhöretest meine Stimme. Verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreien!

57
GerSch

Du nahtest dich mir des Tages, als ich dich anrief, du sprachest: Fürchte dich nicht!

GerLut1545

Nahe dich zu mir, wenn ich dich anrufe, und sprich: Fürchte dich nicht!

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GerSch

Du führtest, o Herr, die Sache meiner Seele, du rettetest mir das Leben!

GerLut1545

Führe du, HERR, die Sache meiner Seele und erlöse mein Leben!

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GerSch

Du hast, o HERR, meine Unterdrückung gesehen; schaffe du mir Recht!

GerLut1545

HERR, schaue, wie mir so unrecht geschieht, und hilf mir zu meinem Recht!

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GerSch

Du hast all ihre Rachgier gesehen, alle ihre Anschläge wider mich;

GerLut1545

Du siehest alle ihre Rache und alle ihre Gedanken wider mich.

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GerSch

du hast, o HERR, ihr Schmähen gehört, alle ihre Pläne gegen mich,

GerLut1545

HERR, du hörest ihre Schmach und alle ihre Gedanken über mich,

62
GerSch

die Reden meiner Widersacher und ihr beständiges Murmelnüber mich.

GerLut1545

die Lippen meiner Widerwärtigen und ihr Dichten wider mich täglich.

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GerSch

Siehe doch: ob sie niedersitzen oder aufstehen, so bin ich ihr Spottlied.

GerLut1545

Schaue doch; sie gehen nieder oder stehen auf, so singen sie von mir Liedlein.

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GerSch

Vergilt ihnen, o HERR, nach dem Werk ihrer Hände!

GerLut1545

Vergilt ihnen, HERR, wie sie verdienet haben!

65
GerSch

Gib ihnen Verstockung ins Herz, dein Fluch kommeüber sie!

GerLut1545

Laß ihnen das Herz erschrecken und deinen Fluch fühlen!

66
GerSch

Verfolge sie in deinem Zorn und vertilge sie unter dem Himmel des HERRN hinweg!

GerLut1545

Verfolge sie mit Grimm und vertilge sie unter dem Himmel des HERRN!

Verständnis von Schlachter 1951 vs Luther 1545 in Klagelieder 3

Schlachter 1951 (GerSch)

Die klassische Schlachter-Bibel von 1951. Beliebt bei evangelikalen Christen.

Luther 1545

Die originale Lutherbibel von 1545 (letzte Hand).

Sie sehen einen direkten Vergleich von Klagelieder 3 in der Schlachter 1951 und Luther 1545. Der Vergleich dieser Versionen hilft, die Nuancen des Originaltextes besser zu verstehen.

Schlüsselvergleich: Klagelieder 3:16

GerSch

"Er ließ meine Zähne sich an Kies zerbeißen, er hat mich mit Asche bedeckt."

GerLut1545

"Er hat meine Zähne zu kleinen Stücken zerschlagen. Er wälzet mich in der Asche."

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1. Mose 1

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Sprüche 3

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