Klagelieder 3 Vergleich: Schlachter 1951 vs Luther 1545
Klagelieder 3
1Ich bin der Mann, der tief gebeugt worden ist durch die Rute seines Zorns.
2Mich hat er verjagt und in die Finsternis geführt und nicht ans Licht.
3Nur gegen mich kehrt er immer wieder den ganzen Tag seine Hand.
4Er hat mein Fleisch und meine Haut verschlungen und meine Knochen zermalmt.
5Er hat rings um mich her Gift und Drangsal aufgebaut.
6In dunkeln Höhlen läßt er mich wohnen wie längst Verstorbene.
7Er hat mich eingemauert, daß ich nicht herauskommen kann; mit ehernen Ketten hat er mich beschwert.
8Ob ich auch schreie und rufe, verstopft er doch die Ohren vor meinem Gebet.
9Quadersteine legt er mir in den Weg, krümmt meine Pfade.
10Er lauert mir auf wie ein Bär, wie ein Löwe im Dickicht.
11Er hat mich auf Abwege gebracht, istüber mich hergefallen und hat mich arg zugerichtet.
12Er hat seinen Bogen gespannt und mich dem Pfeile zum Ziel gesetzt.
13Er hat mir seines Köchers Söhne in die Nieren gejagt.
14Ich bin allem Volk zum Gelächter geworden, ihr Liedlein den ganzen Tag.
15Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt, mit Wermut getränkt.
16Er ließ meine Zähne sich an Kies zerbeißen, er hat mich mit Asche bedeckt.
17Und du hast meine Seele aus dem Frieden verstoßen, daß ich des Glückes vergaß.
18Und ich sprach: Meine Lebenskraft ist dahin, meine Hoffnung auf den HERRN.
19Sei eingedenk meines Elends, meiner Verfolgung, des Wermuts und des Gifts!
20Beständig denkt meine Seele daran und ist tief gebeugt!
21Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen:
22Gnadenbeweise des HERRN sind's, daß wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende;
23sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß!
24Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.
25Der HERR ist gütig gegen die, welche auf ihn hoffen, gegen die Seele, die nach ihm fragt.
26Gut ist's, schweigend zu warten auf das Heil des HERRN.
27Es ist einem Manne gut, in seiner Jugend das Joch zu tragen.
28Er sitze einsam und schweige, wenn man ihm eines auferlegt!
29Er stecke seinen Mund in den Staub; vielleicht ist noch Hoffnung vorhanden!
30Schlägt ihn jemand, so biete er ihm den Backen dar und lasse sich mit Schmach sättigen!
31Denn der Herr wird nicht ewig verstoßen;
32sondern wenn er betrübt hat, so erbarmt er sich auch nach der Größe seiner Gnade.
33Denn nicht aus Lust plagt und betrübt ER die Menschenkinder.
34Wenn alle Gefangenen eines Landes mit Füßen getreten,
35wenn das Recht eines Mannes vor dem Angesicht des Höchsten gebeugt,
36die Rechtssache eines Menschen verdreht wird, sollte der Herr es nicht beachten?
37Wer hat je etwas gesagt und es ist geschehen, ohne daß der Herr es befahl?
38Geht nicht aus dem Munde des Höchsten das Böse und das Gute hervor?
39Was beklagt sich der Mensch? Es hätte sich wahrlich jederüber seine Sünde zu beklagen!
40Lasset uns unsere Wege erforschen und durchsuchen und zum HERRN zurückkehren!
41Lasset uns unsere Herzen samt den Händen zu Gott im Himmel erheben!
42Wir sind abtrünnig und widerspenstig gewesen; das hast du nicht vergeben;
43du hast dich im Zorn verborgen und uns verfolgt; du hast uns ohne Gnade erwürgt;
44du hast dich in eine Wolke gehüllt, daß kein Gebet hindurchdrang;
45du hast uns zu Kot und Abscheu gemacht unter den Völkern!
46Alle unsere Feinde haben ihr Maul gegen uns aufgesperrt.
47Grauen und Grube wurden uns beschieden, Verwüstung und Untergang.
48Es rinnen Wasserbäche aus meinen Augen wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes.
49Mein Auge tränt unaufhörlich; denn da ist keine Ruhe,
50bis der HERR vom Himmel herabschauen und dareinsehen wird.
51Was ich sehen muß, tut meiner Seele weh ob aller Töchter meiner Stadt.
52Die mich ohne Ursache hassen, stellten mir heftig nach wie einem Vogel;
53sie wollten mich in der Grube ums Leben bringen und warfen Steine auf mich.
54Die Wasser gingenüber mein Haupt; ich sagte: Ich bin verloren!
55Aber ich rief, HERR, deinen Namen an, tief unten aus der Grube.
56Du hörtest meine Stimme:«Verschließe dein Ohr nicht vor meinem Seufzen, vor meinem Hilferuf!»
57Du nahtest dich mir des Tages, als ich dich anrief, du sprachest: Fürchte dich nicht!
58Du führtest, o Herr, die Sache meiner Seele, du rettetest mir das Leben!
59Du hast, o HERR, meine Unterdrückung gesehen; schaffe du mir Recht!
60Du hast all ihre Rachgier gesehen, alle ihre Anschläge wider mich;
61du hast, o HERR, ihr Schmähen gehört, alle ihre Pläne gegen mich,
62die Reden meiner Widersacher und ihr beständiges Murmelnüber mich.
63Siehe doch: ob sie niedersitzen oder aufstehen, so bin ich ihr Spottlied.
64Vergilt ihnen, o HERR, nach dem Werk ihrer Hände!
65Gib ihnen Verstockung ins Herz, dein Fluch kommeüber sie!
66Verfolge sie in deinem Zorn und vertilge sie unter dem Himmel des HERRN hinweg!
Klagelieder 3
1Ich bin ein elender Mann, der die Rute seines Grimmes sehen muß.
2Er hat mich geführet und lassen gehen in die Finsternis und nicht ins Licht.
3Er hat seine Hand gewendet wider mich und handelt gar anders mit mir für und für.
4Er hat mein Fleisch und Haut alt gemacht und mein Gebein zerschlagen.
5Er hat mich verbauet und mich mit Galle und Mühe umgeben.
6Er hat mich in Finsternis gelegt, wie die Toten in der Welt.
7Er hat mich vermauert, daß ich nicht heraus kann, und mich in harte Fesseln gelegt.
8Und wenn ich gleich schreie und rufe, so stopft er die Ohren zu vor meinem Gebet.
9Er hat meinen Weg vermauert mit Werkstücken und meinen Steig umgekehret.
10Er hat auf mich gelauert wie ein Bär, wie ein Löwe im Verborgenen.
11Er läßt mich des Weges fehlen. Er hat mich zerstücket und zunichte gemacht.
12Er hat seinen Bogen gespannet und mich dem Pfeil zum Ziel gesteckt.
13Er hat aus dem Köcher in meine Nieren schießen lassen.
14Ich bin ein Spott allem meinem Volk und täglich ihr Liedlein.
15Er hat mich mit Bitterkeit gesättiget und mit Wermut getränket.
16Er hat meine Zähne zu kleinen Stücken zerschlagen. Er wälzet mich in der Asche.
17Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich muß des Guten vergessen.
18Ich sprach: Mein Vermögen ist dahin und meine Hoffnung am HERRN.
19Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Galle getränket bin.
20Du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir's.
21Das nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch.
22Die Gute des HERRN ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende,
23sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.
24Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen.
25Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harret, und der Seele, die nach ihm fraget.
26Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen.
27Es ist ein köstlich Ding einem Manne, daß er das Joch in seiner Jugend trage,
28daß ein Verlassener geduldig sei, wenn ihn etwas überfällt,
29und seinen Mund in den Staub stecke und der Hoffnung erwarte
30und lasse sich auf die Backen schlagen und ihm viel Schmach anlegen.
31Denn der HERR verstößt nicht ewiglich,
32sondern er betrübet wohl und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte;
33denn er nicht von Herzen die Menschen plaget und betrübet,
34als wollte er alle die Gefangenen auf Erden gar unter seine Füße zertreten
35und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten beugen lassen
36und eines Menschen Sache verkehren lassen, gleich als sähe es der HERR nicht.
37Wer darf denn sagen, daß solches geschehe ohne des HERRN Befehl,
38und daß weder Böses noch Gutes komme aus dem Munde des Allerhöchsten?
39Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünde!
40Und laßt uns forschen und suchen unser Wesen und uns zum HERRN bekehren.
41Laßt uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel.
42Wir, wir haben gesündiget und sind ungehorsam gewesen. Darum hast du billig nicht verschonet,
43sondern du hast uns mit Zorn überschüttet und verfolget und ohne Barmherzigkeit erwürget.
44Du hast dich mit einer Wolke verdeckt, daß kein Gebet hindurch konnte.
45Du hast uns zu Kot und Unflat gemacht unter den Völkern.
46Alle unsere Feinde sperren ihr Maul auf wider uns.
47Wir werden gedrückt und geplagt mit Schrecken und Angst.
48Meine Augen rinnen mit Wasserbächen über dem Jammer der Tochter meines Volks.
49Meine Augen fließen und können nicht ablassen; denn es ist kein Aufhören da,
50bis der HERR vom Himmel herabschaue und sehe darein.
51Mein Auge frißt mir das Leben weg um die Tochter meiner Stadt.
52Meine Feinde haben mich gehetzet, wie einen Vogel, ohne Ursache.
53Sie haben mein Leben in einer Grube umgebracht und Steine auf mich geworfen.
54Sie haben auch mein Haupt mit Wasser überschüttet. Da sprach ich: Nun bin ich gar dahin.
55Ich rief aber deinen Namen an, HERR, unten aus der Grube;
56und du erhöretest meine Stimme. Verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreien!
57Nahe dich zu mir, wenn ich dich anrufe, und sprich: Fürchte dich nicht!
58Führe du, HERR, die Sache meiner Seele und erlöse mein Leben!
59HERR, schaue, wie mir so unrecht geschieht, und hilf mir zu meinem Recht!
60Du siehest alle ihre Rache und alle ihre Gedanken wider mich.
61HERR, du hörest ihre Schmach und alle ihre Gedanken über mich,
62die Lippen meiner Widerwärtigen und ihr Dichten wider mich täglich.
63Schaue doch; sie gehen nieder oder stehen auf, so singen sie von mir Liedlein.
64Vergilt ihnen, HERR, wie sie verdienet haben!
65Laß ihnen das Herz erschrecken und deinen Fluch fühlen!
66Verfolge sie mit Grimm und vertilge sie unter dem Himmel des HERRN!
Verständnis von Schlachter 1951 vs Luther 1545 in Klagelieder 3
Schlachter 1951 (GerSch)
Die klassische Schlachter-Bibel von 1951. Beliebt bei evangelikalen Christen.
Luther 1545
Die originale Lutherbibel von 1545 (letzte Hand).
Sie sehen einen direkten Vergleich von Klagelieder 3 in der Schlachter 1951 und Luther 1545. Der Vergleich dieser Versionen hilft, die Nuancen des Originaltextes besser zu verstehen.
Schlüsselvergleich: Klagelieder 3:16
"Er ließ meine Zähne sich an Kies zerbeißen, er hat mich mit Asche bedeckt."
"Er hat meine Zähne zu kleinen Stücken zerschlagen. Er wälzet mich in der Asche."
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