Klagelieder 3 Vergleich: Elberfelder 1905 vs Textbibel
Klagelieder 3
1Ich bin der Mann, der Elend gesehen durch die Rute seines Grimmes.
2Mich hat er geleitet und geführt in Finsternis und Dunkel.
3Nur gegen mich kehrt er immer wieder seine Hand den ganzen Tag.
4Er hat verfallen lassen mein Fleisch und meine Haut, meine Gebeine hat er zerschlagen.
5Bitterkeit und Mühsal hat er wider mich gebaut und mich damit umringt.
6Er ließ mich wohnen in Finsternissen, gleich den Toten der Urzeit.
7Er hat mich umzäunt, daß ich nicht herauskommen kann; er hat schwer gemacht meine Fesseln.
8Wenn ich auch schreie und rufe, so hemmt er mein Gebet.
9Meine Wege hat er mit Quadern vermauert, meine Pfade umgekehrt.
10Ein lauernder Bär ist er mir, ein Löwe im Versteck.
11Er hat mir die Wege entzogen und hat mich zerfleischt, mich verwüstet.
12Er hat seinen Bogen gespannt und mich wie ein Ziel dem Pfeile hingestellt.
13Er ließ in meine Nieren dringen die Söhne seines Köchers.
14Meinem ganzen Volke bin ich zum Gelächter geworden, bin ihr Saitenspiel den ganzen Tag.
15Mit Bitterkeiten hat er mich gesättigt, mit Wermut mich getränkt.
16Und er hat mit Kies meine Zähne zermalmt, hat mich niedergedrückt in die Asche.
17Und du verstießest meine Seele vom Frieden, ich habe des Guten vergessen.
18Und ich sprach: Dahin ist meine Lebenskraft und meine Hoffnung auf Jehova.
19Gedenke meines Elends und meines Umherirrens, des Wermuts und der Bitterkeit!
20Beständig denkt meine Seele daran und ist niedergebeugt in mir.
21Dies will ich mir zu Herzen nehmen, darum will ich hoffen:
22Es sind die Gütigkeiten Jehovas, daß wir nicht aufgerieben sind; denn seine Erbarmungen sind nicht zu Ende;
23sie sind alle Morgen neu, deine Treue ist groß.
24Jehova ist mein Teil, sagt meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.
25Gütig ist Jehova gegen die, welche auf ihn harren, gegen die Seele, die nach ihm trachtet.
26Es ist gut, daß man still warte auf die Rettung Jehovas.
27Es ist dem Manne gut, daß er das Joch in seiner Jugend trage.
28Er sitze einsam und schweige, weil er es ihm auferlegt hat;
29er lege seinen Mund in den Staub; vielleicht gibt es Hoffnung.
30Dem, der ihn schlägt, reiche er den Backen dar, werde mit Schmach gesättigt.
31Denn der Herr verstößt nicht ewiglich;
32sondern wenn er betrübt hat, erbarmt er sich nach der Menge seiner Gütigkeiten.
33Denn nicht von Herzen plagt und betrübt er die Menschenkinder.
34Daß man alle Gefangenen der Erde unter seinen Füßen zertrete,
35das Recht eines Mannes beuge vor dem Angesicht des Höchsten,
36einem Menschen Unrecht tue in seiner Streitsache: Sollte der Herr nicht darauf achten?
37Wer ist, der da sprach, und es geschah, ohne daß der Herr es geboten?
38Das Böse und das Gute, geht es nicht aus dem Munde des Höchsten hervor?
39Was beklagt sich der lebende Mensch? Über seine Sünden beklage sich der Mann!
40Prüfen und erforschen wir unsere Wege, und laßt uns zu Jehova umkehren!
41Laßt uns unser Herz samt den Händen erheben zu Gott im Himmel!
42Wir, wir sind abgefallen und sind widerspenstig gewesen; du hast nicht vergeben.
43Du hast dich in Zorn gehüllt und hast uns verfolgt; du hast hingemordet ohne Schonung.
44Du hast dich in eine Wolke gehüllt, so daß kein Gebet hindurchdrang.
45Du hast uns zum Kehricht und zum Ekel gemacht inmitten der Völker.
46Alle unsere Feinde haben ihren Mund gegen uns aufgesperrt.
47Grauen und Grube sind über uns gekommen, Verwüstung und Zertrümmerung.
48Mit Wasserbächen rinnt mein Auge wegen der Zertrümmerung der Tochter meines Volkes.
49Mein Auge ergießt sich ruhelos und ohne Rast,
50bis Jehova vom Himmel herniederschaue und dareinsehe.
51Mein Auge schmerzt mich wegen aller Töchter meiner Stadt.
52Wie einen Vogel haben mich heftig gejagt, die ohne Ursache meine Feinde sind.
53Sie haben mein Leben in die Grube hinein vernichtet und Steine auf mich geworfen.
54Wasser strömten über mein Haupt; ich sprach: Ich bin abgeschnitten!
55Jehova, ich habe deinen Namen angerufen aus der tiefsten Grube.
56Du hast meine Stimme gehört; verbirg dein Ohr nicht vor meinem Seufzen, meinem Schreien!
57Du hast dich genaht an dem Tage, da ich dich anrief; du sprachst: Fürchte dich nicht!
58Herr, du hast die Rechtssachen meiner Seele geführt, hast mein Leben erlöst.
59Jehova, du hast meine Bedrückung gesehen; verhilf mir zu meinem Rechte!
60Du hast gesehen alle ihre Rache, alle ihre Anschläge gegen mich.
61Jehova, du hast ihr Schmähen gehört, alle ihre Anschläge wider mich,
62das Gerede derer, die wider mich aufgestanden sind, und ihr Sinnen wider mich den ganzen Tag.
63Schaue an ihr Sitzen und ihr Aufstehen! Ich bin ihr Saitenspiel.
64Jehova, erstatte ihnen Vergeltung nach dem Werke ihrer Hände!
65Gib ihnen Verblendung des Herzens, dein Fluch komme über sie!
66Verfolge sie im Zorne und tilge sie unter Jehovas Himmel hinweg!
Klagelieder 3
1Ich bin der Mann, der Elend sah unter der Rute seines Grimms.
2Mich hat er getrieben und geführt in Finsternis und tiefes Dunkel.
3Ja, gegen mich kehrt er immer auf neue den ganzen Tag seine Hand.
4Aufgerieben hat er mein Fleisch und meine Haut, meine Gebeine zerbrochen,
5rings um mich aufgebaut Gift und Drangsal,
6mich in tiefe Finsternis versetzt wie in der Urzeit Verstorbene.
7Er hat mich ummauert ohne Ausweg, meine Ketten beschwert;
8ob ich auch schreie und rufe, er hemmt mein Gebet,
9vermauerte meine Wege mit Quadern, verstörte meine Pfade.
10Ein lauernder Bär war er mir, ein Löwe im Hinterhalt.
11Er hat meine Wege in die Irre geführt und mich zerrissen, mich verödet gemacht,
12hat seinen Bogen gespannt und mich aufgestellt als Ziel für den Pfeil,
13in meine Nieren gesandt seines Köchers Söhne.
14Ich ward zum Gelächter für alle Völker, ihr Spottlied den ganzen Tag.
15Er sättigte mich mit Bitternissen, berauschte mich mit Wermut
16und ließ meine Zähne Kiesel zermalmen, mich in Asche mich wälzen.
17Du raubtest meiner Seele den Frieden, ich vergaß des Glücks
18und sprach: dahin ist meine Lebenskraft, mein Vertrauen auf Jahwe.
19Gedenke meines Elends und meiner Irrsal, des Wermuts und des Gifts!
20Es gedenkt, es gedenkt und ist gebeugt in mir meine Seele.
21Dies will ich zu Herzen nehmen, darum will ich hoffen:
22Jahwes Gnaden sind ja noch nicht aus, sein Erbarmen ja nicht zu Ende;
23jeden Morgen ist es neu, groß ist deine Treue!
24Mein Teil ist Jahwe, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen.
25Gütig ist Jahwe gegen die, so auf ihn harren, gegen die Seele, die ihn sucht.
26Gut ist's, schweigend zu harren auf die Hilfe Jahwes.
27Gut ist's dem Manne, zu tragen das Joch in seiner Jugend.
28Er sitze einsam und schweige, weil er's ihm auferlegt.
29Er berühre mit seinem Munde den Staub, vielleicht ist noch Hoffnung;
30biete dem, der ihn schlägt, die Wange, werde mich Schmach gesättigt.
31Denn nicht auf ewig verstößt der Herr.
32sondern, wenn er betrübt hat, so erbarmt er sich wieder nach der Fülle seiner Gnade.
33Denn er plagt nicht aus Lust und betrübt die Menschenkinder.
34Daß man unter die Füße tritt alle Gefangenen des Landes,
35das Recht eines Mannes beugt vor dem Antlitz des Höchsten,
36eines Menschen Streitsache verdreht, - sollte das der Herr nicht sehn?
37Wer ist, der da sprach, und es geschah, ohne daß der Herr es geboten?
38Geht nicht aus dem Munde des Höchsten hervor das Böse und das Gute?
39Was seufzt der Mensch, so lang er lebt? Ein jeder seufze über seine Sünden!
40Laßt uns unsern Wandel prüfen und erforschen und zu Jahwe uns bekehren!
41Laßt uns Herz und Hände erheben zu Gott im Himmel!
42Wir haben gesündigt und sind ungehorsam gewesen, du hast nicht vergeben,
43hast dich verhüllt in Zorn und uns verfolgt, gemordet ohne Erbarmen,
44hast dich in Gewölk verhüllt, daß kein Gebet hindurchdrang.
45Zu Kehricht und Abscheu machtest du uns inmitten der Völker.
46Ihren Mund rissen auf über uns alle unsere Feinde.
47Grauen und Grube ward uns zu teil, Verwüstung und Verderben.
48Ströme Wassers thränt mein Auge über das Verderben der Tochter meines Volks.
49Ruhelos fließt mein Auge ohne Aufhören,
50bis daß herniederschaue und darein sehe Jahwe vom Himmel.
51Meine Thräne zehrt an meiner Seele um alle Töchter meiner Stadt.
52Mich jagten, jagten wie einen Vogel die, so mir grundlos feind sind,
53machten in der Grube mein Leben verstummen und warfen Steine auf mich.
54Wasser strömte über mein Haupt; ich dachte: ich bin verloren!
55Ich rief deinen Namen, Jahwe, aus tief unterster Grube.
56Du hörtest mein Rufen: “Verschließe dein Ohr nicht; komm mich zu erquicken, mir zu helfen!”
57Du warst nahe, als ich dich rief, sprachst: “Sei getrost!”
58Du führtest, o Herr, meine Sache, erlöstest mein Leben.
59Du hast, o Jahwe, meine Unterdrückung gesehn, hilf mir zu meinem Recht!
60Du hast all' ihre Rachgier gesehn, all' ihre Pläne wider mich,
61hast ihr Schmähen gehört, o Jahwe, all' ihre Pläne wider mich,
62die Reden meiner Widersacher und ihr stetes Trachten wider mich.
63Schau, ob sie sitzen oder aufstehen, ich bin ihr Spottlied!
64Du wirst ihnen lohnen, Jahwe, nach ihrer Hände Werk,
65wirst ihr Herz verstocken - dein Fluch über sie!
66Du wirst sie im Zorn verfolgen und vertilgen unter Jahwes Himmel weg!
Verständnis von Elberfelder 1905 vs Textbibel in Klagelieder 3
Elberfelder 1905 (GerElb1905)
Revidierte Ausgabe der Elberfelder mit verbesserter Lesbarkeit bei bleibender Genauigkeit.
Textbibel
Wissenschaftlich orientierte Übersetzung für Bibelstudienzwecke.
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Schlüsselvergleich: Klagelieder 3:16
"Und er hat mit Kies meine Zähne zermalmt, hat mich niedergedrückt in die Asche."
"und ließ meine Zähne Kiesel zermalmen, mich in Asche mich wälzen."
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